Ich habe schon viele Bücher über Hunde gelesen, habe viele Hundeschulstunden absolviert und dachte immer, dass ich über ein großes Hundewissen verfüge.

Das stimmt auch irgendwie, doch die Augen geöffnet, das habe ich erst an diesem Wochenende im Seminar mit Maike Maja Nowak. Die Bücher sind ja schon großartig, doch was GENAU das in der Umsetzung bedeutet, haben wir erst jetzt wirklich erfahren und erspürt.

Viele Hunde”erziehungs”methoden gehen ja davon aus, dass der Hund lernen muss, was zu tun ist. Das ist über viele verschiedene Wege zu trainieren. Früher, und manchmal auch noch heute, setzt man auf Gewalt und Stärke (pfui, Mensch!) und schlägt auch schon mal mit Näpfen gegen Hundeköpfe (M. Grewe) . Oder man wirft mit Leckerlies um sich und arbeitet mit positiver Be- und Verstärkung (M. Rütters), bis der Hund vielleicht auch einen Rütters-Waschbärbauch hat. Das hilft ein Stück weit, aber nicht immer und überall. Wenn die Katze den Weg kreuzt, dann nützt auch der Sack Futter nichts, den man in die Startstaubwolke wirft…

Maike Maja Nowaks Ansatz ist anders und geht zurück zur Quelle, nämlich zum Hund. Sie geht davon aus, dass der Hund alles kann, wenn er aus seinem Geburtstrudel kommt. Und – ich sage das mit meinen eigenen Worten- dass der Mensch nun mit seinen “Erziehungsmethoden” ihm eine Art von “Mißverständiswäsche” angedeihen läßt.  Der Hund legt am Ende sein Wissen über sich und andere zur Seite und versucht, für sich eine Strategie mit uns – oder auch ganz alleine – für sein Leben zu entwickeln. Und so wird man zum Dauergast in der Hundeschule, denn das “Problem” hört einfach nicht auf. Wahrscheinlich, weil man “es” immer noch nicht richtig macht oder aber der Hund in dieser einen Sache so dickköpfig/ charakterlich geprägt/ genetisch prädisponiert ist…

Allein schon das Thema “an der Leine gehen”! Die Anzahl der Hundemenschen ist Legion, die für einen Weg von 200 Metern 3 Stunden brauchen, weil sie sich mit ihrem Hund wie ein Brummkreisel hauptsächlich drehend um sich selbst bewegen. Und zieht deswegen der Hund weniger oder gar nicht an der Leine….?

Maja sagt zu diesem Thema: “Kontakt aufnehmen, Bewegungseinschränkung ,  Warngeräusch (was auch immer für eines, Menschen knurren normalerweise sowieso nicht), mit klarer, innerer Energie vorgehen (die Abläufe  sind hier in verkürzte Sequenz dargestellt:-) und so dem Hund erklären, wo die Grenze ist.”

Was bislang Monate bis ewig dauerte, ist nun ein Thema von wenigen Minuten. Der Hund versteht sehr schnell und handelt dann danach.

Wie was im Einzelnen “funktioniert”, will ich hier gar nicht minutiös erzählen. Wichtig ist der Gedanke, dass vor allem der Mensch lernt, klar und in hündisch zu kommunizieren, damit der Hund nicht raten muss.

An dieser Stelle verneige ich mich millionenfach vor den Hunden, die sich ihren Reim auf unser Gezappel und Gerede gemacht haben und unser Miteinander so angenehm gestalten, OBWOHL wir sie “erziehen”.

Wir haben viel über Hunde gelernt, über das Sozial- und Rudelgefüge und Hundepsychologie, aber eben und vor allem auch viel über uns selbst, die Energien, die wir senden… was wir eigentlich wollen und wie man das anstellt.

Außerdem wurden wir durch Majas Art des Erzählens, des Vergleichefindens, durch ihre Bildlichkeit bestens unterhalten und geführt. Das war ein Erlebnis!

Wer jetzt neugierig geworden ist, dem/der seien die Bücher empfohlen.

Hier ein paar Eindrücke vom Seminar (Das Album liegt bei Google, denn dieser Blog spinnt gerade mit den Bildern…)

https://plus.google.com/photos/100626989889782406831/albums/5859375192549547009

P.S. : Wir wurden vom WDR gefilmt. Sendetermin ist der 16.04. (mit Maike Maja Nowak live im Studio) um 15.00 Uhr auf WDR, SWR und BR-alpha.

UPDATE., 1.9.13:

Das neue Buch von ihr erscheint am 14. Oktober 2013 und heißt : Wie viel Mensch braucht ein Hund: Tierisch menschliche Geschichten. Das trifft ihren Ansatz sehr genau:-)