Kategorie: Archiv: Alte Hunderunden

  • Ich werde sehr traurig sein….

    Ich werde sehr traurig sein….

    …wenn Suki eines Tages einmal nicht mehr aufwacht. Heute Morgen dachte ich fast, dass es soweit ist, denn er ließ sich so gar nicht wecken. Ich streichelte ihn, ruckelte an seinem Pad, zog ihm sogar eine übersehene Zecke aus der Wange. Nichts. Keine Reaktion. Natürlich habe ich dann schon geguckt gehabt, ob der Brustkorb sich noch hebt und senkt. Das tat er und ich staunte über seinen Schlaf.

    Wir haben Suki vor 3,5 Jahren als alten Hund (damals 10)  zu uns genommen, damit er bei uns in Ruhe noch älter werden und sterben kann. Nicht auf dem kalten Betonfussboden in einem kroatischen Tierasyl. Kennengelernt haben wir uns auf facebook. Das Bild hat mich gleich in den Bann gezogen. Mein Herz und sein Herz sind sofort Freunde auf einer Ebene geworden, die man eher spürt als sieht.

    Suki im kroatischen Tierasyl 2011
    Suki im kroatischen Tierasyl 2011

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  • Von Rudeln und Menschen

    Von Rudeln und Menschen

    In unserem Viertel gab es einen Hausbesitzerwechsel und damit auch einen neuen Hund im Revier. Er ist mir neulich schon bei deren Hausbesichtigung aufgefallen, als er Suki von der Seite anging und ihn auf die Straße jagte. Seitdem wechseln wir die Straßenseite und Suki läuft neuerdings auf dem Ende ohnehin aus verkehrstechnischen Gründen angeleint. Er kann uns nämlich  kaum noch hören und läuft einfach weiter…und dabei auch einfach so über die Straße. Daran und auf diese Weise soll er nicht von uns gehen. Aber zurück zu dem Zuwachs.

    Suki auf der Wiese
    Suki auf der Wiese

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  • 2. Seminar mit Maike Maja Nowak

    2. Seminar mit Maike Maja Nowak

    Wir hatten wieder ein Seminar mit Maike Maja Nowak in Bordesholm (November 2013)  und Schwerpunkt war dieses Mal das soziale Leben unserer Hunde . Bevor ich in die Details gehe:  es war wunderbar, inspirierend, witzig und lehrreich… Auch weil das Wochenende am Abend zuvor mit einer Lesung aus ihrem neuen Buch begonnen hat.

    Lesung mit Maike Maja Nowak an der Muthesius
    Lesung an der Muthesius

     

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  • Entschuldigung eines Hundebesitzers (Quelle: Facebook)

    Entschuldigung eines Hundebesitzers (Quelle: Facebook)

    Diese kleine Zusammenstellung kommt mir oft in den Sinn, wenn ich mit vier Hunden an Menschen vorüber gehe  oder versuche, mich an der Blockadehaltung meiner Mitmenschen vorbeizudrücken…Habe ich auf Facebook gefunden:

    „Liebe Mitmenschen, die ihr keine Hunde habt UND (ich betone UND!) diese auch nicht leiden könnt! Ihr habt ja so Recht!

    Was sind wir Hundebesitzer nur für ein schreckliches Volk?

    Und zwar alle. Egal, ob Dackelbesitzer, „Kampfhund“-, Mischlings-, Doggen- oder Mopsbesitzer. Wir sind alle schlechte Menschen und schlechte Menschen haben keine guten Hunde. Und ja: unsere Hunde haben Zähne, also sind sie böse!

    Es tut mir so leid!
    Ich möchte mich entschuldigen und euch mitteilen, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe:

    1. Ich werde mich nie wieder auf einem öffentlichen Waldweg aufhalten, wenn ihr, liebe Fahrradfahrer, diesen benutzen möchtet.
    Dabei finde ich es völlig in Ordnung, wenn ihr nicht klingelt, nicht bremst, geschweige denn eine kleine Kurve um mich und meinen Hund herum fahren wollt. Der Wald gehört Euch!

    2. Ich werde nie wieder einem schlecht gelaunten Rentner widersprechen, der mich mit übelsten Schimpfworten belegt, weil ich einen Hund habe (der an der Leine neben mir läuft und den Rentner nicht mal angeatmet hat!).
    Rentner dürfen das. Rentner müssen auch nicht grüßen, schon gar keine Hundebesitzer.

    3. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn im Sommer Heerscharen von Menschen in die Naherholungswälder einfallen und dort ungehemmt ihre Notdurft verrichten. Menschen dürfen das. Ich erkläre meinem Hund, dass es unfein ist, menschliche Hinterlassenschaften in der Nähe des Wegesrandes aufzuspüren. Menschen finden das ekelig! Nur Hundebesitzer müssen Kottüten bei sich tragen.

    4. Liebe Mütter! Natürlich dürft ihr Euren Kindern im Wald die Windeln wechseln. Das ist ja auch völlig legal. Bei all den mütterlichen Pflichten ist es wirklich auch zuviel verlangt, die Windeln in die nächste Mülltonne zu werfen.
    Werft sie ruhig in die Büsche. Dann frisst mein Hund eben heute mal frisches Baby-Häufchen. Das bringt Abwechslung auf den Speiseplan!

    5. Liebe Mitmenschen, die ihr so romantisch in freier Natur grillt. Natürlich ist man danach viel zu müde, um seinen Müll wieder mitzunehmen. Das ist ja völlig verständlich!
    Nicht wahr, liebes Ordnungsamt? Da kneift man gerne mal ein Auge zu. Mein Hund, der dankenswerter Weise ja teilweise ohne Leine laufen darf (Danke, Danke! Danke!) kann sich nie entscheiden, ob er zuerst in eine zertrümmerte Bierflasche treten oder an Euren Grillresten ersticken soll!

    6. Liebe Jogger, natürlich habt ihr Recht. Im Wald muss man nie mit unvorhersehbaren Dingen rechnen. Im Wald dürfen weder Kinder, langsame ältere Menschen, noch Hunde Euren Weg kreuzen und euch nötigen, euer Tempo zu drosseln oder einen kleinen Ausfallschritt zu machen. Der Wald gehört Euch! Wir Hundebesitzer können unserem Hund ja auch
    einfach auf einem Laufband im Wohnzimmer Bewegung verschaffen!

    7. Ich erwarte nie wieder, dass man höflich danke sagt, wenn ich meinen Hund am Wegesrand ins Platz lege, damit eine Gruppe laut klappernder und krakelnder Nordic Walker ungestört ihres Weges ziehen kann. Nordic Walker müssen nicht Danke sagen. Niemand muss Danke zu mir sagen. Ich bin ein Hundebesitzer!

    Liebe Mitmenschen, ich bilde meinen Hund aus und bringe ihm Gehorsam bei, damit er im Wald nicht atmet, wenn sich uns ein Nicht-Hunde-Mögender-Mensch nähert. Ich habe meinem Hund beigebracht, liegen zu bleiben, wenn eine ängstliche Person sich uns nähert, damit wir anschließend beschimpft werden. Ich nehme gerne Rücksicht auf meine Mitmenschen, ohne ähnliches zurück zu erwarten!

    Und noch eins: Liebe wohlwollende Rentner und Hunde-Mögende Mitmenschen! Ich weiß, dass es Euch gibt. Vereinzelt habe ich Euch auch schon getroffen. Gerne würde ich mich öfter mit euch unterhalten und mein Hund mag es, wenn ihr ihn streichelt. Leider sind wir immer auf der Flucht!
    Nehmt es uns nicht übel, wenn wir uns andauernd hinter irgendwelchen Büschen verstecken.
    Verratet uns nicht! Wir sind illegale Waldbesucher!“

  • Der heilige Wahrheitsgral (2013)

    Der heilige Wahrheitsgral (2013)

    Derzeit tobt ein Shitstorm durch das Internet und es betrifft jemanden, den ich kennen- und schätzen gelernt habe: Maike Maja Nowak. Den Bericht zu dem Trainingswochende in Bordesholm findet Ihr hier.
    Stein des Anstoßes ist der TV-Beitrag von 2013 im ZDF.

    Glaubt man den Kritikern der Elche, dann zischt Maja Nowak die Hunde in Grund und Boden, wirft sich mit ihrem Körper nochmal dagegen und ist überhaupt eine ganz und gar unfähige, gewalttätige, hochstablerische Hundequälerin, die ein Terrornetzwerk anführt. Laut Facebook gehört ihr das Handwerk gelegt. Oder wenigstens ausgebombt. Das ZDF gleich mit, denn die zeigt Maike Maja Nowaks Umgang mit Hunden öffentlich im Fernsehen.
    Es wurde sogar eine Onlinepetition gegen die Ausstrahlung gestartet, die sich wie ein Virus durch das Internet frisst. Einige tausend Unterschriften gibt es schon, denn nichts ist einfacher, als dass jemand dummes Zeug in den Äther brüllt und alle gleich so „Unterschrieben!“ klicken.
    Die meisten laufen eben gerne irgendwo hinterher und im Rudel mobbt es sich eben nun mal am schönsten.
    Hier ist übrigens die Gegenpetition, die doch viel lieber mit einem googlefreundlichen Link unterstütze.

    Die Mutter aller Shitstürme ist immer Missgunst. Und so auch hier. Irgendein Trainer fühlt sich wohl durch Maike Maja Nowak und ihren Erfolg so unter Druck gesetzt, dass er unbedingt die Ausstrahlung der Sendereihe verhindern will.
    Sascha Lobo, ein Internetspezialist mit eigener Kolumne bei Spiegel Online sagt zu Thema Shitstorm:

    „Und die Missgunst ist gleich ganz blind, weil sie aus verkapptem, unterdrücktem Egoismus besteht. Der Shitstorm als Sündenbockspringen, die digitale Fun-Steinigung zu Selbsterhöhungszwecken, der alltägliche Missgunstbeweis für zwischendurch, das ausgehackte Auge des Orkans: Wenn ich schon nicht im Mittelpunkt stehe, dann soll es dort wenigstens scheiße sein“
    (Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-die-geheime-zutat-der-shitstorms-a-849925.html)

    Die Reaktionen im Web sind wirklich heftig und ich staune darüber.
    Da wird geschimpft, verunglimpft, beleidigt und verbal in die allerniedrigste Schublade gegriffen. Aber immer nur, weil man es so gut und friedvoll meint mit den Hunden. Da kann man schon mal gehörig den Kopf seines Gegenübers auf den Tisch hauen (solange der Hund das nicht mit ansehen muss, natürlich).
    Einige der besten Kommentare auf Facebook, bei einer Eva, sind leider alle wieder gelöscht, die Pinnwand gesperrt und nur noch Kommentare von Gleichgesinnten sind dort zu lesen (nein, ich verlinke nicht dorthin…:-). An einen erinnere ich mich aber , ein Pfeil, abgeschossen auf eine engagierte Tierschützerin mit ein paar Pferden und Hunden, die laut Kommentar eher eine mittelalterlich-gewalttätige Domina ist. Und warum? Weil sie Hunde reglementiert und sogar „Nein“ sagt.
    Eva ist übrigens auch Hundetrainerin und verkauft CDs zum Thema. Am besten hat mir auf YouTube das Video gefallen, wo sie eine Menschen-Freundin an der Leine führt und mit ihr ein paar Übungen vormacht…ist auch einfacher. An Hunden, mit diesem ganzen Fell dran, kann man auch gar nichts erkennen…

    Ich habe in diesem Zusammenhang in einer anderen Diskussion frisch gelernt, dass das gesprochene „Nein/Hey…oder sonstwas“ in seiner nahezu traumatisch wirkenden Schädlichkeit gleich nach der Zisch-Laut-Bombe von Maja Nowak kommt.
    Verdammt. Was nun? Ich bin eine Primatin, eine Blabla…müsste aber mindestens die Hälfte meiner Lautäußerungen wegpacken.
    Man „erzieht“ Hunde übrigens nicht, jede Form der Einschränkung ist grundsätzlich abzulehnen, denn sowas tut man nicht unter Freunden.
    Und dann habe ich doch leichtsinnigerweise eingewandt, dass ich trotzdem nicht will, dass Galgo Phönix beim Essen seinen Kopf in mein Essen legt.
    Die Antwort kam prompt: „ Diesem armen Straßenhund willst du jetzt Druck machen, damit er nicht an deinen Teller geht?! Das finde ich grenzwertig. Iss doch so, dass er gar nicht drankommt.
    Ach so,… seitdem esse ich im Stehen AUF dem Tisch. Das sollte helfen.

    Oder ich mache es so, wie eine andere Teilnehmerin der Diskussion vorgeschlagen hat:
    “Wenn mein Hund was Klauen möchte lass ich ihn Sitz machen, (freundlich mit mäuschen mach mal sitz) lass ihn kurz warten und teile mit ihm meinen Teller. Ansonsten bekommt bei uns jeder einen Knochen und ich esse dann so wie man das unter Freuden macht“.
    Alles klar, so geht es auch…werde ich ausprobieren. Und wenn aus einem Galgo dann ein Retriever wird, wir auch unseren letzten sozialen Kontakt aus unserem Leben entlassen und aus mir einen Hungerhaken gemacht haben, dann habe ich wenigstens keinem armen Straßenhund was angetan. Denn „Diese Hunde haben nur Böses gesehen und dann kommen sie hierher und werden nicht im Ruhe gelassen.“

    Damit ich das alles nachlesen kann, wurde mir Lektüre empfohlen. Ein pädagogisches Fachbuch aus dem Jahre 1974. Kaufe ich gleich morgen, um mich in die Expertinnenreihe einzugliedern…

    Überhaupt, die ganzen ExpertInnen, die überall aus dem Boden schießen. Gerade in der Hundeausbildung (ups, darf ich das noch so nennen,…ich gehe gleich mal fragen…) gibt es den heiligen Gral der Wahrheit. Oder eigentlich sogar viele Grale, ein bißchen wie Zellteilung, aber auf jeden Fall findet man die nur bei sich selbst- außer bei mir natürlich-, NIE bei den anderen.
    Oder wie sagt Michael Frey Dodillet zu unserer hoffnungslosen Dummheit?

    „Ja, so sind wir Nichterleuchteten. In Lerntheorie kennen wir uns nicht aus. Wir haben den IQ einer Wolldecke. Sabbernd machen wir, was der Fernseher uns befiehlt. Erst gestern noch traten wir unseren Hunden mächtig in die Seiten und nässten sie literweise ein, weil wir Cesar Millan verehrten und Martin Rütter. Heute nun haben wir eine Folge Maike Maja gesehen und kschten, bis der Tierarzt kommt. Man muss uns stoppen! Notfalls mit Petitionen!“
    (Quelle: „He! Hundetrainerpack!“ http://krawallmaus.blogspot.de/)

    Und zum Abschluss noch das wirklich brutale Splatter-Video von Maike Maja Nowak (Vorsicht! Nichts für schwache Nerven!):
    Suchen und Finden eines Futterbeutels. Da wird doch ganz klar, mit wem man es hier zu tun hat:
    https://www.youtube.com/wWA6eQymRYw

  • Ein Wochenende mit Maike Maja Nowak

    Ein Wochenende mit Maike Maja Nowak

    UPDATE 2022 zur Arbeit von Maike Maja Nowak:
    Man nannte sie „Die Hundeflüsterin“ in der Serie vom ZDF, doch das war eine Bezeichnung, die Maike Maja Nowak nie selbst gewählt hat. Von außen mag das für manche Menschen tatsächlich auch so gewirkt haben, denn es MUSSTE einfach unhörbare Botschaften zwischen ihr und den Hunden gegeben haben. Warum sonst sollte auch der Hund „plötzlich funktionieren“, wenn sie „Tsch“, „Pff“ oder gar nichts tat?
    Die Lösung hat zwei Seiten: einmal spürt Maja Nowak tatsächlich, auf welcher Ebene und in welcher Art man sich Hunden nähern kann und- was viel wichtiger ist- sie trägt nicht an dem Bündel mit, die sich das jeweilige Mensch-Hund-Gespann auf den Rücken geschnallt hat. Wenn sie also mit den Hunden gearbeitet hat, sah es leicht aus, sie wurde Dolmetscherin und Helferin der Hunde. Und ich habe oft auf dem Hundeplatz die Erleichterung des Hundes sehen dürfen, wenn bei seinem Menschen ein Puzzleteil an den richtigen Platz gerutscht ist. 
    Doch es hat oft nichts dauerhaft an der Ursache geändert, weil der Mensch wieder in den Alltag und sein gewohntes Verhalten rutschte. 

    Deshalb arbeitet Maja Nowak inzwischen seit einigen Jahren mit den Menschen direkt,  geht direkt an die Quelle, denn der Umweg über den Hund ist nicht nachhaltig für die Entwicklung beider Lebewesen.

    In ihren Heilkreisen begleitet sie die Menschen inzwischen darin , den eigenen Tiefen zu begegnen, alte Wunden zu schließen, sich ihrer Anteile bewusst zu werden und auch Traumaanteile aufzulösen. Sie beschreibt das sehr verständlich auf ihrer Webseite unter der Überrschrift „Der Hund als Spiegel unserer Kindheit“.

    Deshalb ist der Artikel über das Wochenende mit Maja Nowak ein eher historisches Dokument und kein Anlass mehr, Hundetrainigs bei Maja Nowak zu buchen. Aber alle anderen sind herzlich eingeladen, die „neue“ Maja Nowak auf ihrem YouTube-Kanal kennen zu lernen.



    Ich habe schon viele Bücher über Hunde gelesen, habe viele Hundeschulstunden absolviert und dachte immer, dass ich über ein großes Hundewissen verfüge.

    Das stimmt auch irgendwie, doch die Augen geöffnet, das habe ich erst an diesem Wochenende im Seminar mit Maike Maja Nowak. Die Bücher sind ja schon großartig, doch was GENAU das in der Umsetzung bedeutet, haben wir erst jetzt wirklich erfahren und erspürt.

    Viele Hunde”erziehungs”methoden gehen ja davon aus, dass der Hund lernen muss, was zu tun ist. Das ist über viele verschiedene Wege zu trainieren. Früher, und manchmal auch noch heute, setzt man auf Gewalt und Stärke (pfui, Mensch!) und schlägt auch schon mal mit Näpfen gegen Hundeköpfe (M. Grewe) . Oder man wirft mit Leckerlies um sich und arbeitet mit positiver Be- und Verstärkung (M. Rütters), bis der Hund vielleicht auch einen Rütters-Waschbärbauch hat. Das hilft ein Stück weit, aber nicht immer und überall. Wenn die Katze den Weg kreuzt, dann nützt auch der Sack Futter nichts, den man in die Startstaubwolke wirft…

    Maike Maja Nowaks Ansatz ist anders und geht zurück zur Quelle, nämlich zum Hund. Sie geht davon aus, dass der Hund alles kann, wenn er aus seinem Geburtstrudel kommt. Und – ich sage das mit meinen eigenen Worten- dass der Mensch nun mit seinen “Erziehungsmethoden” ihm eine Art von “Mißverständiswäsche” angedeihen läßt.  Der Hund legt am Ende sein Wissen über sich und andere zur Seite und versucht, für sich eine Strategie mit uns – oder auch ganz alleine – für sein Leben zu entwickeln. Und so wird man zum Dauergast in der Hundeschule, denn das “Problem” hört einfach nicht auf. Wahrscheinlich, weil man “es” immer noch nicht richtig macht oder aber der Hund in dieser einen Sache so dickköpfig/ charakterlich geprägt/ genetisch prädisponiert ist…

    Allein schon das Thema “an der Leine gehen”! Die Anzahl der Hundemenschen ist Legion, die für einen Weg von 200 Metern 3 Stunden brauchen, weil sie sich mit ihrem Hund wie ein Brummkreisel hauptsächlich drehend um sich selbst bewegen. Und zieht deswegen der Hund weniger oder gar nicht an der Leine….?

    Maja sagt zu diesem Thema: “Kontakt aufnehmen, Bewegungseinschränkung ,  Warngeräusch (was auch immer für eines, Menschen knurren normalerweise sowieso nicht), mit klarer, innerer Energie vorgehen (die Abläufe  sind hier in verkürzte Sequenz dargestellt:-) und so dem Hund erklären, wo die Grenze ist.”

    Was bislang Monate bis ewig dauerte, ist nun ein Thema von wenigen Minuten. Der Hund versteht sehr schnell und handelt dann danach.

    Wie was im Einzelnen “funktioniert”, will ich hier gar nicht minutiös erzählen. Wichtig ist der Gedanke, dass vor allem der Mensch lernt, klar und in hündisch zu kommunizieren, damit der Hund nicht raten muss.

    An dieser Stelle verneige ich mich millionenfach vor den Hunden, die sich ihren Reim auf unser Gezappel und Gerede gemacht haben und unser Miteinander so angenehm gestalten, OBWOHL wir sie “erziehen”.

    Wir haben viel über Hunde gelernt, über das Sozial- und Rudelgefüge und Hundepsychologie, aber eben und vor allem auch viel über uns selbst, die Energien, die wir senden… was wir eigentlich wollen und wie man das anstellt.

    Außerdem wurden wir durch Majas Art des Erzählens, des Vergleichefindens, durch ihre Bildlichkeit bestens unterhalten und geführt. Das war ein Erlebnis!

    Wer jetzt neugierig geworden ist, dem/der seien die Bücher empfohlen.

     

    https://www.youtube.com/PcwUrj8nS0w

  • Und plötzlich waren es vier…

    Und plötzlich waren es vier…

     

    Phönix

    Nun ist es doch soweit: wir haben einen weiteren Hund dazu geholt. Es ist Phönix und er ist ein drei Jahre alter Galgomann, 70 cm hoch. Phönix kommt aus Spanien und scheint ein Straßenhund, kein Jagdhund gewesen zu sein. Futter besorgen ist sein Haupthema, Türen öffnen seine Fähigkeit.

    Heute ist erst der zweite volle Tag seines Hierseins, aber er kommt schon jetzt jede Minuten ein Stück weit mehr an. Und er ist zauberhaft. Er bandelt allmählich mit den Mädels an, legt sich neben Suki, dem das etwas ungeheuer ist und signalisiert dem Kater höchsten Respekt.

    Hier ein erstes Bild- weitere Berichte folgen…(ein paar mehr Handybilder gibt es schon auf der Facebook-Fanseite von nichts-darf-man.de zu sehen…Bilder aus seiner Pflegestelle gibt es hier)

     

  • „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“

    „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“

    Habe ich es schon erzählt? Wir fahren definitiv nicht in den Urlaub nach Dänemark. Unsere Buchung in Vrist ist storniert wegen des mörderischen Hundegesetzes. 1400 Hunde (Stand März 2013) sind mittlerweile umgebracht worden. Und nachdem es in Dänemark drunter und drüber geht und ein als „Präzedenzfall“ angesehener Mischlingshund aus der Hundepension heraus gestohlen wurde  und spurlos verschwunden ist (die Gerüchte kochen hoch) , sind alle bisherigen Bemühungen zur gerichtlichen Beurteilung des Hundegesetzes ausgesetzt. Auch alle „schwebenden“ Verfahren werden jetzt wieder aufgenommen, was nichts anderes bedeutet, als dass nun pro Tag wieder ca. 2 Hunde euthanasiert werden.

    Aus unserem Stornierungsschreiben: „Gerade als Deutsche fällt es uns schwer in einem Land Urlaub zu machen, das Rassezugehörigkeit zu einem Todesurteil macht und in dem die Polizei die alleinige Gewalt in dieser Angelegenheit hat. Vielleicht haben Sie (die Ferienhausvermietung) tatsächlich dort oben im Norden bisher noch „kein Problem“ mit der Mitnahme von Hunden gehabt, aber einmal ist immer das erste Mal…vielleicht könnten wir das sein. Darüber hinaus unterstütze ich ein solches Gesetz nicht dadurch, dass ich Urlaub in einem Land mache, wo so etwas überhaupt möglich ist. Oder hätten Sie als vielleicht Nicht-Jude, Nicht-Kommunist, …Urlaub in Deutschland der 30er Jahre machen können? “

    Überlegt bitte, ob Ihr Euer Geld noch in ein Land tragen wollt, in dem Rassismus derart tödlich ausgelebt wird. Wenn die Polizei der Meinung ist, dass Euer Hund einer ist, der verboten ist, dann hat er verloren. Nur ein Stammbaumnachweis gilt – wenn überhaupt. Eine Geschichte dazu erzählt dieser Artikel: „Augen auf im Urlaub- Dänemark und das grausame Hundegesetz“.

    Hier die Einreisebestimmungen zum Mitführen von Hunden (Novasol).

    „Something is rotten in the state of Denmark.“, läßt William Shakespeare schon seinen Marcellus sagen. Und wir fahren erst wieder hin, wenn die Regierung dort zur Besinnung gekommen sind.

  • Aus dem Paradies vertrieben

    Aus dem Paradies vertrieben

    Update 11.2.13: Thors Verfahren wird weiter hinausgezögert, aber er durfte inzwischen in eine Tierpension umziehen, wo er mit Artgenossen leben darf. Heute war sogar RTL vor Ort und hat ihn gefilmt.

    Währendessen sorgt ein anderer Fall für Aufregung, nämlich der des Schäferhundes, der auch Thor heißt. Er sollte hingerichtet werden, weil er von einem kleineren Hund in eine Beißerei verwickelt wurde, in der er sich wehrte. Eigentlich war der Fall durch Zahlung eines Bußgeldes erledigt, aber die Polzei stand dann plötzlich doch vor der Tür und holte den Schäferhund ab. Den Abend vor der Hinrichtung hat jedoch ein anderer Polizist, nämlich Lars Bo Lomholt, sich seinen Streifenwagen geschnappt und Thor „entführt“. Er hatte es satt, dass willkürlich gesunde und friedliche Hunde getötet werden.

    Hier ist seine auf Facebook veröffentliche Botschaft:

    „Liebe Hundebesitzer, Liebe Hundeliebhaber und Tierliebhaber allgemein.
    Ich möchte mich gerne bei Euch bedanken für die fantastische Unterstützung von Nah und Fern, die ich nach meiner Handlung erhalten habe. Das erwärmt mein Herz und bestärkt mich, dass ich das richtige getan habe.
    Das dänische Hundegesetz, eingeführt im Sommer 2010 aufgrund einiger unglücklicher Vorfälle. In der Ausarbeitungsphase haben die Politiker sich entschieden verschiedene Experten zu befragen. Darunter waren unter anderem Tierärzte, Tierethiker, Verhaltensforscher und Polizisten.
    Als das Gesetz fertig war haben alle Experten davor gewarnt, dieses Gesetz einzuführen, da es mangelhaft war und auch das es viele normale Bürger treffen werde.
    Es war deutlich zu sehen, dass die Gesetzgebung nicht infolge der Ratschläge der Experten durchgeführt wurde.
    Die Politiker haben es unterlassen auf die Experten zu hören und das Gesetz eingesetzt.
    2,5 Jahre später gibt es nun sehr viele Menschen, die ihre heißgeliebten Hunde verloren haben.
    Es gibt große Probleme mit dem dänischen Hundegesetz. Das eine Problem sind die verbotenen Hunderassen in Dänemark, dass andere die Definition einer „schweren Bissverletzung“.
    Ich werde später noch auf die Problematik der Rasseliste eingehen.

    Eine ganz natürliche Auseinandersetzung zwischen zwei Hunden kann zum Beispiel fatale Folgen für den Hundebesitzer haben. Ein Hundebiss der eine Behandlung bei einem Tierarzt erfordert um mit nur einem einzigen Stich genäht zu werden, wird als „schwere Bissverletzung“ eingestuft und der „beißende“ Hund muss eingeschläfert werden.
    Das Problem ist, dass ein Jurist der Polizei die Entscheidung trifft wann ein Biss als”schwere Bissverletzung” deklariert wird. Wenn dieser Polizeijurist ja sagt und dies machen die Juristen, wenn der andere Hund mit einem Stich genäht werden muss, lassen sie den Hund einschläfern.
    Es ist also ein Jurist und nicht etwa ein Tierarzt oder ein Amtsveterinär, der eine”schwere Bissverletzung” definiert.
    Die Klagen der Bürger, die aufgrund einer solchen Entscheidung eingereicht werden, werden vom Chef des Juristen behandelt. Es ist also nicht möglich einen Fall vor das Gericht zu bringen oder durch ein Gericht prüfen zu lassen.
    Es sind viele hundert Familien die ihren Hund infolge einer solchen Sachlage verloren haben.
    Dänemark war immer ein Beispiel für Demokratie und Rechtssicherheit und Gleichheit für alle vor dem Gesetz.
    Mit dem neuen Hundegesetz zeigt es sich aber deutlich, dass dies nicht mehr so ist. Es ist die Polizei, die Klagen über die Beschlüsse der Polizei behandelt und man hat keine Möglichkeit den Beschluss der Tötung seines Hundes vor ein Gericht zu bringen.
    Der Fall Thor ist wie folgt aufgebaut: Thor ist ein 7 jähriger Schäferhund, der Jette einer 62 Jahre alten Frau gehört. Thor hat viele Jahre als Besuchshund in Pflegeheimen und in Behindertenheimen „gearbeitet“.
    Während einem ganz normalen Spaziergang mit Thor wurde dieser von einem kleineren Hund angegriffen und in das Ohr gebissen. Thor hat sich natürlich verteidigt und den kleineren Hund „gebissen“. Aber nicht schlimm, da der Besitzer des kleineren Hundes nicht zum Tierarzt gegangen ist.
    Nach einiger Zeit kam es zu einer Infektion der Schramme und der Tierarzt hat eine Drainage gesetzt. Diese wurde mit 2 Nähten befestigt.
    Danach wurde Jette bei der Polizei angezeigt, die daraufhin einen Bußgeldbescheid an Jette ausstellte. Auf diesem Bescheid steht, nachdem man bezahlt hat ist der Fall erledigt. Jette hat den Bußgeldbescheid bezahlt und hat nichts mehr von dem Fall gehört….dachte sie.
    Nach 2,5 Monaten kamen drei Polizisten zu ihr nach Hause und holten Thor ab um ihn einzuschläfern.
    Sie hat selbstverständlich gegen den Beschluss der Polizei geklagt doch die Polizei bestätigte ihren eigenen Beschluss und setzte die Tötung in Kraft…
    Und am Tag vor der Einschläferung dachte ich mir, genug ist genug….“
    Quelle: https://www.facebook.com/pages/Fair-Dogdk-Deutsch/120140028155621

    UPDATE , 7.1.: Thors Hinrichtung wurde abgesagt. Nun wird doch der Richterspruch abgewartet. Und wir beobachten Dänemark und den Umgang mit nahezu 500 000 Hunden (auch alle verdächtig aussehenden Mix-Hunde), die potentiell getötet werden sollen, ganz genau…

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    Gerade macht auf Facebook die Nachricht die Runde, dass Thor, ein sogenannter Listenhund am Montag, dem 7. Januar 2013 in Dänemark hingerichtet wird. Er stirbt den Tod durch Giftspritze. Nicht, weil er jemanden angefallen, verletzt, gebissen, nicht mal jemanden umgeschupst hat, sondern einzig und allein deshalb, weil er in das falsche Fell, die falsche Rasse geboren wurde.

    Die falsche Rasse…

    Mir läuft allein wegen des Satzes ein kalter Schauer über den Rücken. Ausgerechnet Dänemark, das Hundeparadies. Ausgerechnet Dänemark, das weltoffene kleine Land.  Das war einmal. Mit Tieren sind die nicht zimperlich. Mit Schweinen nicht, mit Hunden auch nicht.

    Tasso schreibt:“Seit dem 1. Juli 2010 ist die Haltung, Zucht und Einfuhr von 13 Hunderassen, die als „gefährlich“ eingestuft werden, in Dänemark verboten, wenn sie nach dem 17. März 2010 angeschafft wurden. Diese Regelung gilt auch für Touristen, die mit einem Hund der verbotenen Rassen nach Dänemark einreisen wollen“.  Man kommt vielleicht mit dem Hund hinein nach Dänemark, aber nicht unbedingt mit Hund wieder hinaus. Tasso warnt ausdrücklich vor Reisen nach Dänemark.

    Und wenn man nun denkt, dass man auf der „sicheren Seite“ steht, wenn man keinen dieser Hunde (oder deren Kreuzungen) hat, dann stimmt das auch nicht, denn in Dänemark ist der Wilde Westen per Gesetz eingeführt worden. Wenn ein Hund fremdes Grundstück betritt, dann kann der Grundstückseigentümer den Hund erschiessen.

    Tasso dazu: „Das Feld- und Weggesetz von 1872 (mark- og vejloven) erlaubt es dänischen Grundstückseigentümern, also Privatpersonen, „streunende“ Hunde und Katzen auf ihrem Grundstück zu erschießen. Als Legitimation hierfür ist es ausreichend, wenn der Besitzer des Tieres innerhalb des vorangegangenen Jahres im Voraus gewarnt wurde. Ist der Tierhalter unbekannt genügt eine Warnung in der lokalen Presse mit einer kurzen Beschreibung des Tieres. Besonders Jäger und Landwirte sind jetzt bestrebt, diesem feudalherrschaftlich anmutenden Gesetz Geltung zu verschaffen, z. T. mit pauschalen Anzeigen in der örtlichen Presse, in denen einige von ihnen darauf hinweisen, dass sie alle freilaufenden Hunde auf ihren Grundstücken erschießen werden. Die ersten Fälle von erschossenen Hunden und Katzen gab es bereits. “

    Wir haben letztes Jahr schon gebucht für dieses Jahr. Aber kann man das machen? Das Paradies ist abgeschafft und die Rasselisten bestimmen den Umgang mit Hunden. Im Umgang mit Thor, der am Montag eingeschläfert werden soll, wird sogar der Rechtsweg umgangen, denn der Fall geht eigentlich vor Gericht, d.h. es besteht ein laufendes Verfahren. Die Polizei hat bereits verlauten lassen, dass sie sich darum nicht schert und Thor töten wird.

    Woher kommt mir so ein Vorgehen nur so bekannt vor? Rasse, Tod, Ermordung?

    Die offizielle Pressemitteilung des Tierschutzvereines in Dänemark zitiere ich ganz:

    „Offizielle Pressemitteilung des betreuenden Vereins in Dänemark:
    Pressemitteilung bzgl. Thor – Fairdog.dk
    Die dänische Polizei hat Thor zum Tode verurteilt.
    Trotz drei Gegengutachten unabhängiger Sachkundiger im Hundewesen hat die Polizei beschlossen Thor als Listenhund einzustufen. Der Beamte der Polizei hat keinerlei Ausbildung oder Fachwissen in Bezug auf Hunde. Wir haben die dänische Polizei gebeten Thor am Leben zu lassen, solange die Klage vor dem dänischen Gericht geführt wird, doch davon wollte die Polizei nichts wissen.
    Ganz im Gegenteil, sie hat entschieden Beweismaterial (in diesem Fall Thor selbst) zu vernichten, obwohl sie wissen, das der Fall vor dem Gericht verhandelt werden soll.
    Wie kann man so etwas nur tun wenn es sich um ein lebendiges Wesen, einen Hund handelt?
    Wieso kann ein „möglicherweise“ ist Thor ein Listenhund genug sein um ihn zu töten?
    Wieso darf eine nicht ausgebildete Person eine Bewertung abgeben, die für diesen Fall zu Grunde gelegt wird, in einem Fall der die Tötung eines guten, jungen, gesunden und gut erzogenen Familienhundes betrifft?
    Wohin gehen wir in Dänemark, was passiert mit unserem Rechtssystem, befindet sich Dänemark auf dem Weg zu einem Polizeistaat?
    Offener Brief an Mette Gjerskov, Fødevareministerin, Dänemark, min@fvm.dk
    Liebe Mette Gjerskov, dies ist ein Präzedenzfall, so dass es in aller Interesse ist Thor am Leben zu lassen und ihn in einer Pension unterzubringen in der er ein hundegerechtes Leben hat, bis der Fall am Gericht behandelt wird.
    Dänemarks Ruf hat bereits einen schweren Schlag in der Welt erlitten, weil das Hundegesetz so vielen unschuldigen Hunden das Leben gekostet hat – alle Augen sind jetzt auf Dänemark und Thor gerichtet und im Namen der Gerechtigkeit, muss Thor Leben dürfen!
    Wir von Fairdog.dk haben angeboten und stehen dazu, das wir Thor an einen Ort verbringen dürfen an dem es ihm gut geht, an dem alle tierschutzrechtlichen relevanten Bestimmungen eingehalten werden, an dem wir regelmäßig alle möglichen Verhaltensänderungen evaluieren können, auf unsere Kosten! Es gibt keinen Grund ihn zu töten!
    Charlotte Fabis A.
    Vorstand Fairdog.dk
    Übersetzung: Sabine Gradischnig“

    Ich unterstütze die dänischen TierschützerInnen und mache das hier bekannt. Ich will, dass Dänemark die unglaublich hundefeindlichen Gesetzen wieder einkassiert. In so einem Land kann kein Hundebesitzer mit ruhigem Gewissen Urlaub machen. Und wenn sich daran nichts ändert, dann müssen wir den Urlaub stornieren. Wenn Argumente nicht helfen, dann der Blick ins leere Tourismusportemonnaie der leerstehenden Ferienhäuser…Wenn sich hier nichts ändert, wird bald durch die Siedlungen an Nord-und Ostsee Steppenläufer wehen,…wenn schon Wilder Westen, dann auch wie in diesen Filmen aus verlassenen Goldgräberstädten

  • Bebeinte Jojos in Dänemark

    Bebeinte Jojos in Dänemark

    Wir haben dieses Jahr Urlaub in Dänemark gemacht. Endlose Strände, menschenleer, viel Wind, und ein Wetter, das alles zwischen Bikini und Rollkragenpullover auf Lager hatte. Maggie und Lucy haben nach der Rennerei wieder Whippetfiguren mit Sicht-Rippen, Suki ist wie immer gut in Bell- und Drehform, wenn die Frisbees fliegen und unserem Teint haben die zwei Wochen auch sehr gut getan. Nächstes Jahr kommen wir wieder, wir haben schon gebucht und unser nächstes Haus schon inspiziert.

    Wir haben Dänemark als Urlaubsland ausgewählt, weil es ein Hundeparadies ist. In Mitteljüttland, noch über Ringkjöbing, genauer in Vrist, ist der Trubel auch nicht so groß- schon gar nicht, wenn die meisten Sommerferiengäste schon wieder zu Hause sind. Wenn man um die zehn Leute am gesamten Strand sieht- die kleinen Punkte am Horizont mitgezählt- , dann ist es schon sehr viel. Versucht das mal am Hundestrand an der Ostsee…

    Umso erstaunter waren wir, dass wirklich eine Menge Leute ihre Hunde am Strand an der Leine ausführen. Kein Toben, kein Beschnüffeln anderer Hunde, kein Kontakt, kein Spielen,…nur geradeaus laufen und dem Menschen beim „Ist das nicht schön hier“-sagen zuhören.

     

    Das Bild hier ist nur stellvertretend für viele hauptsächlich Deutsche, die wir manchmal auch ausdrücklich dazu ermuntert haben, ihre Hunde mit unseren spielen zu lassen (wobei das eigentlich unfair ist- unser drei spielen nur Rennspiele und das frustiert die meisten anderen Hunde, die so gerne Bodycheck spielen…).

    „Der läuft dann weg“. „Der hat ein Herzfehler und soll sich nicht aufregen“. „Der bellt andere Hunde an“. “ Der hört nicht so gut, ich kriege den nicht wieder“,…das ist eine Auswahl der Antworten, die wir bekamen.

    Ich bin geneigt, hier 5 cm Leerraum zu lassen, um unserer Fassungs- und Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen…

    So, und nach dieser Schweigeminute geht es weiter:

    Ich will nicht auf die einzelnen Menschen schimpfen, jedenfalls nicht nur.

    Manche sind sicher einfach nur faul und trainieren nicht mit dem Hund. Wissen vielleicht nicht wie, wollen es auch nicht wissen und machen einen Bogen um jede Hundeschule (jetzt schimpfe ich an dieser Stelle doch…).

    Bei einer übergewichtigen Dame mit kleinem Rehpinscher an der Flexi-Leine (das war der Herzkranke, der zudem noch alle fremden Hunde anbellt) war auf dem ersten Blick klar, dass sie anstelle eines Hundes eher eine gehfähige Handtasche am Band gewollt hatte. Immer schön hochnehmen, wenn ein anderer Hund kommt („Der hat so Angst, von Welpe an“), ein Meter vorauslaufen lassen, dann an der Flexi wieder ruckartig „einholen“ („Nicht so anstrengen…“). Diese kleinen Hunde können einem wirklich Leid tun, dass sie schon allein wegen ihrer Körpergröße so ausgeliefert sind.

    Diese Art Unkenntnis in der Hundehaltung ist für mich aber auch wieder ein Indiz für die Aufkündigung des Hunde-Menschen-Bündnisses. Wie ich das meine? Die Fremdheit zwischen Mensch und Hund nimmt zu. Überall. Der Mensch sieht vielfach einen Hund nicht mehr als Begleiter, sondern als bebeinte Jojos an der Leine. Und manche Hundehalter glauben das allmählich auch selbst und finden das ganz normal, dass der Hund nie frei laufen kann.
    Innerstädtische Gesetze zementieren das, indem sie eine raumgreifende Leinenpflicht über gesamte Stadtgebiete aussprechen, handtuchgroße, ganz und gar unattraktive Auslaufflächen ohne Ausweichraum – wenn überhaupt- zur Verfügung stellen und so zum Rechtsbruch auffordern.
    Kinder denken allmählich, dass eine Leine unbedingt an einen Hund gehört und  Erwachsene unterstützen das durch hysterisches Gekreische und missbilligende Blicke („Anna-Sophie-Mia, komm schnell zu Mama- der Hund ist ohne Leine!“ Genau. Und am besten noch Arme hochreißen, schnell wegrennen und kreischen…) und pflanzen so  ihre Angst-Introjekte ungebremst in Kinderseeelen. Damit vermasseln sie den Kindern die Chance, Hunde kennen zu lernen und die Abwärtsspirale der Entfremdung setzt sich in der nächsten Generation fort.

    Es ist vielfach erwiesen, dass unglaublich viel weniger Menschen durch Hunde zu Schaden kommen als beispielsweise durch Autos. Hat deswegen jemand mal vorgeschlagen, nur noch Tretautos auf die Straßen zu lassen?

    Medien schüren die Hundeangst, indem sie  jeden Beißvorfall unhinterfragt, manchmal auch unter Weglassung einiger wesentlicher Details als bluttriefende Story aufblähen- immer in schlagzeilenträchtiger Erwartung eines weiteren „Kampfhund frisst Kind“- Dramas. Und vielleicht kommt dann noch ein Hund auf die „Rasseliste“.

    Apropos fressen: in Wäldern „gehört“ ein Hund natürlich auch an die Leine. Ganz besonders zwischen April bis Juli in der Brut- und Setzzeit, wenn es in der Kinderstube der WaldbewohnerInnen nur so wuselt. Aber habt Ihr gewusst, dass mitten in dieser Zeit, nämlich am 1. Mai die offizielle Jagdsaison beginnt? Dann stapfen Jäger durch den Kinderstuben-Wald und erschießen „nur die Böcke“. Wie passt das eigentlich zusammen? Ach, ich schweife ab…so ist das bei meinem Reizthema Leine…:-)

    Also, liebe Deutsche in Dänemark: wenn wir nächstes Jahr wiederkommen, dann habt Ihr bitte mit Euren Hunden soweit geübt, dass wir alle leinenlos toben können am Strand! Traut Euch und Euren Hunden das Gelingen zu! Wir freuen uns jetzt schon drauf!:-)

    P.S. Wer zum Thema Hundeerziehung und Leben mit Hunden ein sehr kluges und unterhaltsames Buch lesen will, dem sein Wanja und die wilden Hunde: Mein Leben in fünf Jahreszeiten sehr ans Herz gelegt!!! Von Maike Maja Nowak gibt es außerdem noch ein weiteres gutes Buch mit jeder Menge Kurzgeschichten und Fallbeispielen rund ums Thema Hunde- (und Menschen-) erziehung: Die mit dem Hund tanzt: Tierisch menschliche Geschichten