Neulich ging ich mal wieder mit den Hunden spazieren- wobei meine neulichs in Wahrheit ca. 3 bis 4 Stunden Abstand zueinander haben- und Klein-Lucy hat es man gerade 100 Whippet-Schritte aus der Haustür geschafft, da krümmte sie sich in ihre durchaus noch grazile Kloposition und hat -wie nennt Ihr das eigentlich?…ich nenne es schlicht- gekackt.
Macht nichts, denn ich bin ja eine konsequente Beutelnutzerin und habe das Häuflein sofort in Gewahrsein genommen, alles fein zugeknotet und den Knoten anschließend locker zwischen Ring-und kleinem -Finger platziert, um es neben der Schlepperleine mit ihren paar Metern Band mitzuwippen. In Bordesholm sind öffentliche Mülleimer nicht sonderlich üppig vorhanden, so dass noch ungefähr 400 m zu überbrücken waren. Auf diesen 400 Metern passieren wir übrigens einen klar definierten Grünstreifen, den Maggie gerne als ihr Klo benutzt. Macht dann Beutel 2, der allerdings in sich noch Beutel 1 aufnimmt, damit das mit dem Knoten zwischen den Fingern noch reibungslos funktioniert.
Wenn man die Hinterlassenschaften eines Hundes übrigens nicht auf diese Art und Weise entsorgt, kann das hier bis zu 500 € Strafe kosten. Bei drei Hunden macht das pro Spaziergang bis zu 1500 €. Das mal drei Gängen also 4500 €. Theoretisch, nicht immer. Mit meiner Beutelkonsequenz spare ich also pro Tag bis zu 4500 €. In dem Augenblick überlegte ich, ob ich vielleicht mit meinem Unternehmen Mehrhundehaltung an die Börse gehen sollte, denn manche Firmen tun das mit viel weniger Businessplan und Firmenfundament…
Noch während ich von dem großen Reichtum träumte, sah ich ein paar Häuser weiter eine schwarze Haushaltsmülltonne auf dem Gehweg stehen. Es war Donnerstag! Müllabfuhr! Gegen 15 Uhr. Mich wundert übrigens immer, wie schnell die Mülltonnen wieder in das sichere Zuhause gezogen werden. Von potentiell 40 Tonnen, die mir auf dem Weg hätten begegnen können, war nur noch eine nicht wieder eingeholt…In dieser Straße wohnen also viele Menschen, deren Zeit und Beobachtungsgabe in einem abgestimmten Verhältnis zueinander stehen. Für die StädterInnen unter Euch: hier stellen wir die Tonnen selbst vor die Tür und holen sie auch wieder rein. Dafür klingelt und poltert dann kein fremder Mann an der Wohnung oder am Haus. Und man spart außerdem noch ein bißchen Geld.
Da stand sie also. Die einsame Tonne. In meiner Hand der Doppelbeutel. Ich hob kurz den Deckel, sah hinein, leer und unglaublich sauber, und- raschel, pockplatsch, umpf- da lag nun der orangefarbene Schietbüddel auf dem Boden der Tonne. Ganz allein.
Wir gingen beschwingt und befreit unseres Weges und tauchten in das vertraute Zwielicht des Waldes ein. Hier bekam ich übrigens wieder Gelegenheit, mich mit dem Thema Hinterlassenschaften auseinanderzusetzen, denn ich musste Suki und Lucy von diversen, riesigen Pferdeäpfeln wegziehen. Ich bin da vielleicht ein bißchen eigen, aber ich will nicht, dass unsere Hunde Pferdekacke fressen, den die heißen nur Äpfel wegen ihrer Größe und nicht weil sie Obst sind… Die sammelt ansonsten übrigens niemand auf.
Auf dem Weg zur ballfressenden Wiese ( die heißt so aus Gründen…) passierten wir einen dicken Baum und da blitzten mir ein paar geknüllte Taschentücher entgegen. Regelrecht drapiert auf,…Hm,…wieder komme ich ins Grübeln. Ein Outdoorklo. Soweit recht öko. Nicht so das Papier. Ein bißchen sieht das auch aus wie „Flagge zeigen“. Menschen tun sowas. Wenn sie fremde Länder, Berge oder Monde betreten. Zack- Flagge rein, markiert, meins. Liebe WaldklonutzerInnen. Das stimmt, das ist wirklich Eueres. Und Ihr dürft es auch behalten oder gleich wieder mitnehmen. Ich habe z.B. immer so Beutel mit, damit ich mein bald börsennotiertes Unternehmen schön beieinander halte. Nur mal so als Appell.
Diese Gedanken durchstreiften also mein Hirn, meanderten die leeren Fluren des Vorsichhintrottens entlang bis wir wieder auf die Mülltonne von vorhin stießen. Ihr Besitzer stand neben ihr, hob den Deckel und …erstarrte. Der Ausdruck auf seinem Gesicht läßt sich nur mit Fassungslosigkeit beschreiben. Immer noch mit dem geöffnetem Deckel blickte er uns entgegen und ich sah, wie ein Verdacht in ihm keimte…Aber wir kommen aus der falschen Richtung, er kann nichts sagen. Und zu fragen traut er sich nicht. Ich grüße ihn als wüsste ich von nichts und wir gehen vorüber. Ich höre noch das Echo des mit Wucht zugeschlagenen Deckels und ein Lächeln bricht sich Bahn in meinem Gesicht“ Ja, ich war das,“ will ich ihm beinahe sagen. „Und ich würde es wieder tun, auch wenn das Deine Tonne ist.“ Denn ich habe Müll aufgesammelt, eine Mülltonne gesehen und die beiden zusammengebracht. Das ist mehr als das, was ich unterwegs gesehen habe…
Dieser Beitrag hat auch aus Gründen dieses Mal, keine Fotos…:-)
Keine Bange, alle Tiere sind wohlauf (bis auf die Kleinigkeit mit Lucys Pfote, die wieder mal…nun, im Moment ist Rennverbot, damit der Ratscher im Ballen heilen kann). Maggie hat ihr kleines Rudel voll im Griff und Suki hat sich zu einem verschmusten Shadowman im Windschatten meiner Beine entwickelt. Das ganze Rudel haben wir in seinem Zusammenspiel von Marc Lindhorst von d.o.g.s. begutachten lassen, um noch den einen oder anderen Tipp zum Miteinanderleben zu bekommen. Alles prima, Rudel-Harmonie stimmt, nur mehr Einzelübungen mit jeder/m war das Ergebnis.
Aber das wollte ich jetzt nicht erzählen, denn andere Dinge beschäftigen mich und uns mehr. Viel Zeit verbringe ich z.B. auf Facebook, wo ich in einem Netzwerk von TierschützerInnen eingebunden bin und von schlechten Nachrichten (und einigen guten) geradezu bombardiert werde.
Die Tötungen von Straßenhunden in der Ukraine gehen weiter und das hat nur vordergründig mit der EM 2012 zu tun. Hauptsächlich scheint es da um die Lust am Töten zu gehen und um die 25 € Prämie, die man für einen toten Hund bekommt.
Es ist jetzt übrigens bekannt geworden, dass das erste Kind von dem Gift „genascht“ hat und dabei beinahe ums Leben gekommen ist (Quelle: arche-noah.ch, Nachricht vom 16.1.2012).
Aber wir müssen gar nicht soweit gucken und mit dem Finger empört in Richtung Osten zeigen, denn brutal wird auch innerhalb der EU, z.B. in Portugal mit Straßentieren umgegangen. Dort werden die Tiere eingefangen, in sogenannten Shelter gebracht und dort verhungern sie dann in ihren Käfigen. (Quelle: Verlorene Fellnasen)
In dem Beitrag auf Facebook heißt es:
„Die Tiere sind in Käfigen eingesperrt und werden dort ihrem Schicksal überlassen. Fotos vom 22.12.2011 zeigen, dass die Hunde nur Haut und Knochen sind, Mütter, die versuchen, ihre verhungerten Welpen wieder zu beleben, tote, junge Kätzchen. Diese Fotos wurden uns zugespielt von jemandem, dem es gelang, Fotos zu machen, was schwierig ist, denn in diesen von der Stadtverwaltung geführten Sheltern will man nicht, dass diese Zustände nach aussen dringen.“
Ich habe schon einige Facebook-Seiten wieder ausgeblendet, weil ich diese Fotos nicht aushalten kann. Manche nehmen ihren Auftrag zur Dokumentation von Mord und Totschlag sehr ernst. Und dann habe ich auch eine Art schlechtes Gewissen, denn ich nehme mir die Freiheit, einfach mal nicht hinzusehen, während die Tiere, die dort unter schockierensten Bedingungen gefoltert werden, bevor sie sterben „dürfen“, nicht weglaufen können.
Das bisher geschriebene meint Hunde und Katzen, die in unserem Kulturkreis als Haustier, beste Freunde und Gefährten gelten. Das gleiche gilt aber auch für die Tiere, die in einem Akt der sprachlichen Abspaltung und Ent-Emotionalisierung als „Nutztiere“ bezeichnet werden.
Abspaltung und Ent-Emotionalisierung sind schon lange Zeit die Hebel von Ausbeutung, Unterdrückung und Tod. Eine Gruppe nennt sich Herrenmenschen und die anderen sind dann die Untermenschen oder die Sklaven, oder die Frauen, oder, oder…
Zwei Bücher haben mein und unser Leben verändert. Das eine war von Alan Carr und heißt „Endlich Nichtraucher“ (darüber freue ich mich seit 16 Jahren oder so immer noch beinahe jeden Tag) und das andere heißt „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer:
https://www.youtube.com/_EZVI2t9Vzw
Wir essen seitdem kein Fleisch mehr.
99% aller Fleisch“produkte“ kommen aus der Massentierhaltung. Das bedeutet Qual, Folter, Schmerz und grauenhaftes Leid für die Tiere. Auch im Tod, denn in den Fabrikschlachthöfen sind die Tiere den verrohten Arbeitern ausgeliefert (diese Umgebung zerstört auch die Menschen dort), die viele Tiere auch noch lebendig zerlegen oder abhäuten.
Ein anderes Buch dazu ist „Peace Food“ von Rüdiger Dahlke. Darin wird eine Christiane Haupt zitiert, eine angehende Veterinär-Medizinerin:
„Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertige Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten- das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich beharrt, braunweiß und mit langen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt. „Ist das nicht ein Wunder, was was die Natur so erschafft?“, meint der Veterinär, der an diesem Tag Dienst hat, und schiebt Uterus samt Fötus in den grugelnden Müllschlucker. (…) Auch für die erbärmlich magere Kuh, die, als ich morgens um sieben komme, krampfhaft zuckend im eisigen, zugigen Gang liegt vor der Tötungsbox, gibt es keinen Gott und niemanden, der sich ihrer erbarmt in Form eines schnellen Schusses. Erst müssen die übrigen Schlachttiere abgefertigt werden. Als ich mittags gehe, liegt sie immer noch und zuckt, niemand, trotz mehrfacher Aufforderung hat sie erlöst. Ich habe das Halfter, das unbarmherzig scharf in ihr Fleisch schnitt, gelockert und ihre Stirn getreichelt. Sie blickt mich an und mit ihren riesiggroßen Augen, und ich erlebe nun selbst, dass Kühe weinen können.“
Kühe können weinen und Schweine stecken in Sachen Intelligenz jeden Hund in die Tasche. Bloß weil wir ihre Sprache nicht „sprechen“, haben wir aber die einen Tiere zu Kuscheltieren erklärt und die anderen zu „Nutztieren“ verdinglicht. Und „mit Sachen“ kann man sächlich umgehen. Dazu passt ein Foto, das ich von einem Spaziergehweg aus an einer Schweinemastanlage gemacht habe. Ich musste über keinen Zaun klettern und kein Privatgelände betreten- einfach nur auf dem Rundweg durch die Landschaft bleiben :
Ferkelmüll
Das ist furchtbar, oder? Ich finde, jede/r der/die sich im Sommer ein Stück Nackensteak auf den Grill haut, sollte dieses Bild neben den Teller liegen haben.
Rüdiger Dahlke sagt in seinem Buch, sagt zu Recht:“ Früher haben wir unsere Großeltern gefragt, was sie in der Zeit des Nationalsozialismus getan haben. Und bald fragen uns unsere Enkel, was wir getan haben, nachdem wir wussten, wie es in der Massentierhaltung zugeht.“
Und das „gesunde, helle, kalorieenarme“ Hühnerfleisch? Davon muss ich wohl gar nicht erst reden…Hier ein Artikel zu dem letzten Antibiotika-Alltag im Spiegel. Auf diese ganzen mobilen Grillbuden vor den Supermärkten müsste man Apothekenaufkleber platzieren und „Zu Risiken und Nebenwirkungen…“
Apropos Supermarkt: Erst jetzt fällt mir erst wirklich auf, wieviel Fleisch sich in einem x-beliebigen Supermarkt befindet. In wieviel Ecken und in wieviel Formen. Als Wurst, in Dosen, als Krümel in der Fertigsoße, als Schinkenchip, als „kleiner Happen zwischendurch“ …Und jetzt meine ich nur Bordesholm. Rechnet das mal hoch. Auf Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland, Europa, die Welt…
Unfassbar vieles davon wurde unter unsäglichem Leid produziert und dann übrigens auch einfach weggeworfen. Bevor es in den Supermarkt ankommt oder nachdem es dort einen Tag oder länger gelegen hat. Wer darüber mehr wissen will, dem sei „Taste the waste“ und alle Videos zu dem Thema auf YouTube zu dem Thema empfohlen.
Rechnet hoch, was das für die Umwelt und das Klima bedeutet. Von der anfallenden Güllemenge bis zu dem Landverbauch für (genetisch verändertes) Sojaviehfutter. Wer zu Weihnachten gerne einmal 50 € für die hungernden Kinder auf der Welt spendet, um sich danach seinem Weihnachtsbraten zuzuwenden, sollte das hier wissen:
„Während täglich- je nach Angabe – zwischen 4000 und 40000 Kinder an Hunger sterben , verfüttern wir 50 Prozent der weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der Soja-Ernte an Nutztiere zur Fleischproduktion. Dieser Zusammenhang ist ganz direkt, denn auch aus Ländern, in denen Menschen an Hunger sterben, werden Futtermittel exportiert. Ein Beispiel: Während der Hungerkatastrophe von 1984 starben in Äthiopien Zehntausende von Menschen, und das Land exportierte weiter Getreide nach Europa, mit dem hierzulande Schlachttiere gefüttert wurden. Der Schweitzer Jean Ziegler, bis 2008 UN-Sonderberichtertstatter für das Recht auf Nahrung, sagt:“ Die Weltwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (R. Dahlke: Peace Food, Seitenangabe im eBook Position 3219)
Über Ethik in der Ernährung gab es einen sehr, sehr guten Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Unbedingt lesenswert, ausdruckwert und verteilenswert.
Obwohl alle Bescheid wissen, will es niemand wirklich wissen. Die meisten sagen in den unvermeintlichen Diskussionen, dass sie gaaanz wenig Fleisch essen und dann eigentlich auch nur „gutes“ Fleisch. Vielen muss man dabei einfach eine unfassbare Verdrängungsleistung attestieren.
Wer übrigens nach all dem glaubt, mit Fisch auf der sicheren Seite zu sein, der irrt. Es ist Krieg gegen die Fische. Jede Tonne Fisch wird mit noch mehr Tonnen „Beifang“ bezahlt. Der Meeresboden durch riesige Schleppnetze in eine tote Geröllwüste verwandelt, die Bestände nahezu ausgerottet.
„Bei der Schleppnetzfischerei werden gigantische Netze über den Meeresboden gezogen, mit Gewichten, die bis zu fünf Tonnen wiegen – diese Technik mäht jedes Jahr eine Fläche nieder, die der doppelten Größe der USA entspricht. 80-90% des Fanges wird als unverwertbarer Beifang tot oder sterbend zurück ins Wasser geworfen, viele der Arten sind vom Aussterben bedroht: Seepferdchen, Delfine, Wale, Meeresschildkröten, aber auch Korallen – mit drastischen Folgen für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane. Viele Korallenriffe, einige von ihnen können bis zu 2.000 Jahre alt werden, werden sich vermutlich nie wieder erholen. Die Fischpopulation könnte bis zum Jahr 2050 vollständig zusammenbrechen.“ (Sabine Weick im PETA-Newsletter, Ausgabe 24.01.2012)
Und die euphemistisch benannte „Aquakultur“ ist Massentierhaltung im Wasser mit den bereits bekannten Medikamentenorgien, Geschwüren und Gülle. Dazu Sabine Weick:
“ Aquakulturen sind keine Alternative: Sie sind nichts anderes als Intensivtierhaltung unter Wasser mitsamt der negativen Auswirkungen für die Fische und unsere Umwelt. Viele der Fischarten, die wir essen, werden zudem mit Wildfisch gefüttert: Viele der gezüchteten Raubfische, die auf unserem Teller landen, z.B. Lachse, haben etwa drei andere Fische als „Futter“ benötigt. Und für jeden in freier Natur gefangenen Fisch, der auf unserem Teller landet, starben vier weitere Meereslebewesen als Beifang. “ (Sabine Weick, ebd.)
Das auch Fische Schmerz empfinden und in sozialen Zusammenhängen leben, ist inzwischen erwiesen, auch wenn es niemand hören will.
Und die gesunde Milch? Das meiste, was man darüber sagt, stimmt nicht, aber auch das ist ein millardenschwerer, hoch subventionierter Markt. Milch ist tatsächlich für Nicht-Säuglinge und Erwachsene ungesund. Es fördert Krebs, Osteoporose (ja, tatsächlich!) und Fettleibigkeit. Kuh-Milch ist für Kälber, das sind die Kinder von der Kuh. Punkt.
https://www.youtube.com/lmXAwTisSd0
Auch hier steigen wir gerade aus und es gar nicht schlimm. Im Gegenteil, eine neue immer öfter auch vegane Geschmackswelt tut sich auf.
Der Verzicht auf Fleisch und Milch ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Für die Gesundheit, das Karma, das Weltklima und die Tiere sowieso. So wie der Verzicht auf die Zigarette auch ein Gewinn war und ist.
Ich trinke meinen Kaffee nun schwarz, denn tatsächlich kann ich es nicht leiden, wenn die Sojamilch darin flockt. Und ich habe mich nun (wieder) daran gewöhnt und finde inzwischen, dass es ganz lecker schmeckt.
Veganes Essen ist auch gar nicht schwer und sehr spannend. Gebt bei YouTube einfach mal die Suchwörter „Vegan Rezept“ ein. Vegan einzukaufen ist auch einfach geworden. PETA hat einen veganen Einkaufsführer auf der Webseite. Sogar auf dem Dorf, denn überall, wo die Post Pakete ausliefert, könnt Ihr die Sachen online bestellen. Oder entdeckt Euren grünen Gemüsedaumen wieder und pflanzt auf den Balkonen und im Garten Gemüse an. Auch vegan:-) Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass selbstangebautes, geerntetes Irgendwas ein erhebendes Gefühl ist.
Ach, eines noch: wusstet Ihr, dass Käse oft nicht vegetarisch ist? Fragt im Laden nach und geht der VerkäuferInnen auf die Neven. Warum nicht auch mal die Werbung enst nehmen und gucken, ob manche wirklich Lebensmittel lieben?
„Hartkäse werden normalerweise mit Lab hergestellt, welches die Milch zum Gerinnen bringt. Dieses Lab wird aus dem Magen von jungen geschlachteten Kälbern (Säuglingen, die noch genügend Enzyme zur Milchverdauung haben) gewonnen. Da Lab nicht deklariert werden muss, sieht man es einem Käse nicht an, ob er Lab enthält.“ (Quelle: http://www.vegetarismus.ch)
Für die Hunde und den einen Kater gibt es bei uns aber weiterhin Fleisch. Das sind Omni-und Carnivoren und sollen es vorerst auch bleiben. Fleisch gibt es nur von unserem Schlachter um die Ecke, der nur Tiere aus Region schlachtet (immerhin nicht noch durch ganz Europa kutschiert) und aus Dosen mit Tierfleisch aus artgerechter Tierhaltung ( Herrmanns Hundefutter z.B.) . Das ist zwar etwas teurer, aber eher ein echter Preis und unser kleinster Beitrag in dieser Geschichte.
Wir verfallen nicht in Despression wegen dieser ganzen Tatsachen, jedenfalls meistens nicht. Wir haben nur unser Leben geändert, demonstrieren jeden Tag wieder an der Supermarktkasse und engagieren uns für die hilflosesten Geschöpfe um uns herum. Wir teilen Hundevermittlungs-Aufrufe nach einem neuen Zuhause auf Facebook, gehen zu Mahnwachen in der Stadt wegen der Tötung von Straßenhunden, spenden, wenn es irgendwo im Tierschutz nötig ist, haben Patenschaften für Hunde übernommen und essen weder Fisch, noch Fleisch und erzählen auch davon. Das mag manche nerven und ihnen den „Appetit“ verderben, aber nur so kann sich was ändern.
So wie wir früher auf der grünen Wiese um Brokdorf herum uns unter dem Polizeihubschrauber geduckt haben und über die Wettern gesprungen sind, so ändern wir jetzt direkt in unserem eigenen Zuhause und Einkaufswagen die Welt. Und was aus der Atomkraft in diesem Land geworden ist, das weiß man ja:-)
Ähnliches, hoffentlich nur schneller, wünsche ich mir auch zum Thema Fleisch und Co.
Bei manchen Menschen muss auch einfach die Entkoppelung von „Fleisch an Fleischtheke“ und „lebendiges Wesen“ aufgehoben werden und schon mögen sie kein Fleisch mehr:
https://www.youtube.com/jbhzKAMU-sg
Das war jetzt ein kleiner Einblick in meine Timeline bei Facebook und „in echt“. Deshalb ist es gerade still im Whippetblog. Aber das wird auch wieder anders…
Kommentare zu diesem Thema sind hier im Anschluss herzlich willkommen…
Wir haben unser Leberkeksrezept überarbeitet und verbessert, denn das erste Rezept hat zwar auch funktioniert, aber war in der klebrigen Verarbeitung nicht ganz einfach. Stattdessen ist nun das unser Maximalmanipulierkeks-Rezept:
100g Leber
150 g Roggenvollkornmehl
50 g Bierhefe
50 g Haferflocken
2 Eier
1 Schuß Öl
ggf. weiteres Mehl (wenn Teig zu flüssig) und ein bißchen Wasser (wenn anschließend zu trocken:-)
Update: ein bißchen gemuster Apfel bringt eine schöne Fluffigkeit in den Teig.
Das Ganze habe ich dieses Mal in der Küchenmaschine kneten lassen und anschließend auf einem Backblech mit Backpapier als Fläche ausgestrichen.
Nach dem Backen kann man den einen Riesenkeks sehr gut mit dem Pizzaroller in kleine Stücke rollen-schneiden.
Jetzt soviel Kekse wie Hunde dem Blech entnehmen und zum beschleunigten Abkühlen irgendwo hinlegen, pusten, wedeln und gut abgekühlt der versammelten Belegschaft zum Kosten anbieten- den Rest wieder in den leicht (!) geöffneten Ofen zum Nachchillen gesteckt. Das sogar bis zum nächsten Tag, damit die restliche Feuchtigkeit wirklich weitestgehend heraus kann.
Einen Teil der Kekse habe ich anschließend eingefroren und eine zwei Tages-Portion im direktem Zugriff gelassen.
Hunde machen ALLES für Leberkekse. Sie eignen sich also vorzüglichst zum Training als besondere Belohnung.
Na, weil uns vier zuviele sind!
Das wäre wohl eine mindestens verblüffende Antwort auf diese Frage. Suki war nicht geplant, aber hier mussten wir aus Tierschutzgründen und Mitgefühl handeln. Und weil wir uns sofort in den kleinen Kerl auf dem Foto verliebt hatten, der da so traurig und verängstigt guckte. Also haben wir jetzt drei kleine Hunde, wobei Herr Suki der ist, der immer nur mit ist, tut, was die anderen tun und darüber hinaus wirklich unauffällig und schüchtern ist.
UPDATE: Sukis zwischenzeitliches Asyl wurde im Dezember 2011 vorgestellt bei „Rütter hilft“. Das Video kann man sich bei VOX ansehen (mit ein bißchen Werbung zwischendrin:)
Es fällt aber nun auf, dass wir noch mehr auffallen als ohnehin schon mit den dünnen, anmutigen Windhunden (übrigens, auch eine schöne Frage:“ Kriegen die denn nichts zu essen?“).
OhneTier-Menschen schießen vermehrt Mißbilligungsblicke ab und geben uns zu verstehen, dass wir eine irgendwie asoziale, wandelnde Quelle von lebensbedrohlichen Hundebazillen sind. MitTier-Menschen staunen eher und bekommen auch einen ganz sanften Blick, wenn wir Sukis Geschichte erzählen. Unter einem Schwall von „Ach,Gottchens und Herrjes“ werfen sie sich dann zu Boden und streicheln den armen Kleinen. Treffen wir diese Menschen öfter, rennt Suki auch schon mal hin zu ihnen und holt sich seine Portion Mitleid und Zuneigung gerne selber ab.
Mit drei Hunden unterwegs zu sein zieht außerdem seine eigene Logistik nach sich. Wir haben das Auto gewechselt, so dass wir nicht mehr mit den Gesichtern an der Windschutzscheibe kleben, wenn wir Gepäck, Ware oder die drei Hunde transportieren. Und wir haben noch einen Hundekorb mehr zu unseren ohnehin 10, damit Herr Suki es auch im eigenen Korb gemütlich hat. Richtig verblüfft waren wir, als er sich zu Anfang einfach so auf den kalten Stein oder die den nackten Teppich gelegt hatte. Ein richtiger Hund! Kein Whippet, der jammert und jault, bis man eine Decke unter und über ihn wirft:-)
Und wenn man mit drei Hunden spazieren geht, dann hat man jetzt auch mehr Gepäck. Eine Leine mit zwei Haken für die Damen, gegebenenfalls. Und eine Schnappileine für Suki, der gerne mal stehen bleibt und hier und- nein, Suki, hier nicht!- das Bein hebt und eine damit ziemlich aus dem Gleichgewicht bringen kann. An der SchnappiFlexi fällt das nicht auf, da hat frau einen verlängerten Reaktionszeitraum.
Außerdem immer dabei: Hundegeld in Form von Leckerlies, Schietbüddel für eben dieses (oder auch als Tragetaschen für gesammelte Schlehen…), Hundewasser in der Hunde-Napfflasche, damit die Armen nicht die Blaualgen des Bordesholmer Sees oder den Güllebächen saufen müssen, den mobilen Erste-Hilfe-Kasten für Notfälle (haben wir, seit wir Whippets haben)…und natürlich die Fisbees für die Damen.
So sieht das dann aus:
Dieser Bauchladen ist auch ein Hingucker und besonders eitel darf frau nicht sein, wenn sie mit drei Hunden unterwegs ist:-)
Knapp zwei Wochen waren wir mit allen drei Hunden im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Und es war toll!
Wir auf der Wiese
Angesichts eines heutigen Spazierganges um den Einfelder See kann ich auch noch genauer sagen, was so richtig, richtig, toll war: die Weite der Landschaft und die Abwesenheit von Menschen darin. Es gab Spaziergänge, da haben wir in der Luft Kraniche und am Boden Pfifferlinge gesehen, aber sonst keine Menschenseele. Wie erholsam:-)
Suki erholt sich auf dem Sofa
Dafür wurden wir heute am Einfelder See fast wieder umgefahren, weil so ein $§&?!-Fahrradfahrer mit vollem Speed meinte, unsere Hunde und wir würden uns schon noch in Luft auflösen, wenn er nur schnell genug in die Menge rast. Und was schreit der Depp dann anschließend noch? „Nehmt die Sch…-Köter an die Leine“.
Klar, dachten wir, ein Weg von ca, 1,50 m Breite, zwei Menschen von jeweils ca. 35 cm Breite (*räusper*), drei Hunde in unterschiedlicher Länge und Breite und das Ganze am Besten noch mit drei Bändern, bzw. Leinen miteinander verbunden. Der KNALL-Kopf wäre doch wie eine Fliege ins Netz gegangen und wir wären alle miteinander verknäult gewesen (und sicher auch verletzt…).
Zwei Tage davor sowas Ähnliches am Bordesholmer See. Ein Läufer von hinten, mit leichtem, federnden Gang, nicht zu hören, aber trotzdem plötzlich da. Auch ohne Hunde, die man schnell sortieren muss, für jede Frau zu jeder Tages-, ganz besonders auch Abendzeit der Stoff, aus dem die Alpträume sind. Auch der wünschte sich in dem Kuddelmuddel gerne noch eine zusätzliche Portion Bondage. Aha,…
Aber zurück zu den Hunden. Und vor allem zurück zu unserem Neuzugang Suki, nach dem ich schon ein paar Mal gefragt worden bin und warum hier im Blog nicht endlich mal steht, wie es denn nun weitergegangen ist mit ihm…Suki hat sich sehr gut eingelebt und trabt munter mit. Was ihm sehr beim Einleben geholfen hat, sind die die beiden Mädels. An denen orientiert er sich sehr und guckt sich allerlei Alltagsdinge ab.
Suki musste schon eine Menge über sich ergehen lassen und war tapfer dabei. Eine komplette Futterumstellung auf das Barfen, Tierärztinnenbesuch in Achterwehr, inzwischen mehrmaliges Krallenschneiden, was bei seinen schwarzen Krallen nicht so einfach ist und sogar eine Zahnsanierung unter Vollnarkose, weil er so aus dem Hals stank und die hinteren Zähne vor lauter Belag nicht mehr zu sehen waren. Hat er alles tapfer und widerstandslos über sich ergehen lassen und „spricht“ immer noch mit uns.
Das Vertrauen zu uns wächst, aber ist auch leicht erschütterbar. Gestern lag er z.B. in seinem Korb neben dem Bett und ich beugte mich am Rande drüber, um eine Mücke zu erwischen und schwupps,…war Suki weg und ausgewandert und schlief lieber allein im Wohnzimmerkorb. Da war nichts zu machen. Wir zwingen ihn dann nicht, denn hier wirkt eine große Angst, in der wir nicht auch Platz nehmen wollen. Aber solche Erlebnisse erinnern uns einfach daran, dass er der neue Hund ist und die 10 Jahre davor ohne uns lebte. Wie auch immer und wo auch immer. Und dagegen stehen auch erst wenige Wochen des Miteinanders.
Was immer wieder rührend ist, ist die wachsende Dreikuscheligkeit des Hunderudels. Alle drei sind zunehmend miteinander verwoben und in Kontakt beim Liegen…und wir sind froh, dass unser Sofa so groß ist…:-)
Unsere Tierärztin Andrea Wirth hat kurzerhand Sookie in Suki umgetauft und wir müssen sagen, dass diese Schreibweise seiner Herkunft gerechter wird. Also, ab jetzt also Suki. Dass wir überhaupt mit Suki zur Tierärztin mussten, lag an der plötzlichen Futterumstellung von kroatischen Irgendwas zu Frischfleisch und Herrmans Hundefutter. Trockenfutter filtert er nach wie vor verläßlich aus und spuckt es nach dem Ablutschen aus…Ein Zungen-Fress-Künstler. Doch nun ist alles wieder okay und alles bleibt drin.
Wir haben die letzten Tage mit der Videokamera dokumentiert, denn es ist kaum zu glauben, wie der Kleine sich entwickelt. In jeder Stunde zeigt er uns eine weitere Facette seines Seins. Er gehört sogar zu diesen Hunden, die lächeln können, indem sie die Lefzen partiell hochziehen. Suki bettelt am Tisch auf äußerst charmante Weise und gibt sogar Pfote dabei, doch das ist ein Punkt, an dem wir uns nicht erweichen lassen.
Gerade sind wir sehr froh darüber, dass er doch noch vor der Abreise kastriert wurde, denn Maggie ist gerade jetzt läufig geworden. Sie macht sich trotzdem nichts aus Rüden, aber Suki sehr wohl was aus Hündinnen.
Lucy nutzt jetzt die Gelegenheit der gedrittelten Aufmerksamkeit, um ihre Grenzen neu auszuloten. Sie muss bald nachsitzen und Dinge wiederholen wie „Aus“, „Zurück“…“SOFORT“. Ansonsten verpasst sie Suki gerne ganz aus Versehen einen Body-Check, wenn sie an ihm vorüberläuft. Auch hier testet sie unauffällig. Man kann das in dem Video in der Sequenz Waldspaziergang sehen. Immer rechte Schulter gegen linke Schulter, immer Body-Check. Zu auffällig darf das nicht werden, denn sonst gibt es wieder Ärger mit Maggie, die schließlich die Chefin ist. Jedenfalls im Moment noch und das bleibt solange so, wie Suki deeskalierend bleibt.
Aber, lange Rede, kurzer Sinn: hier ist das Video aus der ersten Woche:
https://www.youtube.com/saniOKe2dr0
P.S. Wir danken der Organisation tierisch-happy.de für die Vermittlung!!:-)
Sookie ist nun per Auto aus Zagreb nach Köln, bzw. Lohmar gereist und von dort haben wir ihn gestern abgeholt. Das war eine“ irre“ Aktion, denn wir sind um 4.00 h morgens aus Bordesholm losgefahren und es war so gut wie niemand sonst auf der Autobahn. Zwischendrin hatten wir den Eindruck, die Welt wäre evakuiert und wir hätten diese Nachricht verpasst- frau weiß ja nie in diesen Tagen… Um 8.30h sind wir bei dem Tierschutz Lohmar angekommen und haben dort nur noch eine Stunde auf Sookie warten müssen. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und beköstigt und haben dort faszinierende Menschen und Hunde kennen gelernt.
Kaum war der Transport aus Kroatien angekommen (Tausend Dank für diesen Einsatz!!!), haben wir Sookie in Empfang genommen und in unser Auto umgeladen. Er war zu durcheinander, um noch groß spazieren zu gehen, so dass wir quasi auf den Hacken kehrt machten und direkt wieder nach Hause fuhren. Wenn ich das so schreibe, klingt es wie eben um die Ecke, aber es waren doch knapp wieder 500 km. Lucy und Maggie sind übrigens zu Hause bei ihrer Hundesitterin geblieben (danke auch dafür!).
Die Autobahn wurde zusehens voller, aber das betraf hauptsächlich die Fahrt in den Süden. Wir sind azyklisch und staufrei durchgerutscht und waren gegen 15.00h wieder zu Hause. Ein Dank auch an die automatische Klimaanlage- uns traf ja fast der Schlag als wir wieder ausstiegen…
Und jetzt taut der alte Hundemann von Stunde zu Stunde mehr auf. Dass er schon 10 Jahre alt ist, ist nicht zu glauben. Er ist munter und flott und einfach nur süß. Allmählich dürfen wir ihn auch anfassen und streicheln. Er frisst fantastisch, liebt die Leberkekse, ist neugierig und bellt sogar manchmal mit tiefer Stimme. Wo er die her nimmt, ist uns allerdings ein Rätsel. Er ist noch kleiner als Maggie und nur unwesentlich größer als unser Kater.
Maggie und Lucy sind zurückhaltend an Sookie interessiert und schnüffeln ab und zu mal. Sookie selbst bietet noch keine echte „Angriffspunkte“, weil er noch auf nichts Anspruch erhebt- er benimmt sich eher unsichtbar den Damen gegenüber.
Wir sind gespannt und freuen uns auf die nächsten Jahre mit unserem Dreierrudel!
Hier die beinahe ersten Fotos:
UPDATE:
Sookie lebt sich in Riesenschritten ein. Streicheln ist erlaubt, bürsten auch und er fängt schon an, sich draußen Spielzeugäste zu suchen und damit herum zu hüpfen. Unter seiner Schüchternheit wohnt ein sehr selbstbewusstes Kerlchen…
Nun ist es wieder so weit. Es wird wärmer und heller draußen und viele Stubenhocker wagen sich ins Freie. Natürlich nur, wenn die Sonne scheint und die Temperatur sich zuverlässig über 15 Grad eingependelt hat. Dabei treffen diese Leute auch auf die Hundemenschen, die ganzjährig alle Füße vor die Tür setzen und das bei Wind und Wetter. Die dann stattfindende Begegnung zwischen Drinnen- und Draußenmenschen ist leider nicht immer konfliktfrei. Nach meiner Beobachtung und Erfahrung dreht es sich um zwei große Themen. Das eine ist vom Wesen her unterhaltsam, das andere oft ärgerlich. Welches wollt Ihr zuerst?
Okay, die WalkerInnen. Vorweg: ich finde es gut, wenn Menschen Sport treiben und alle dabei die Sportart wählen, die ihnen gefällt. Und jeder Sport ist besser als gar kein Sport (einarmiges Reißen im Biergarten einmal ausgenommen). Und praktisch an den WalkerInnen ist, dass der Wald im Umkreis von 3 km garantiert wildfrei ist, wenn man sie vorlässt. Die fegen mit ihrem Stockgeschlurre den Wald zuverlässig aus. Den Rest erledigt die lautstark geführte „Er sagt- sie sagt- Ich will ja nix sagen, aber…“-Unterhaltung, die ja schließlich die Bodengeräusche übertönen muss. Gefährlich ist dabei nur, dass WalkerInnen sich grundsätzlich und rücksichtslos über die ganze Breite des Weges verteilen und die Stöcker bei manch ambitionierten GeherInnen schnell zur Waffe werden können. Gerade für kleinere Hunde entwickeln sich hier bedrohliche Schaschlikspieße. Aber das nur am Rande und als erstes Thema. Das zweite Thema ist ein Dauerbrenner und oft sehr ärgerlich und ernst. Es geht um die Leine und den Leinenzwang. Auch hier Vorweg: schlecht erzogene Hunde, die für sich und ihre Umgebung eine Gefahr darstellen, müssen an die Leine, solange sie sich nicht zu benehmen wissen. Der Hund muss zu jeder Zeit abrufbar und unter Kontrolle sein. Das muss der Mensch mit ihm üben und üben und üben, bis es klappt. Wenn der Hund mit seiner Freiheit nicht umgehen kann, muss er dort, wo die Verlockungen zu groß sind, „an die Hand“, bzw. an die Leine genommen werden. Aber eben nicht immer und überall.
Dass ein Hund angeleint werden soll, ist in dieser Gesellschaft leider immer öfter die Regel und nicht die Ausnahme. Artgerecht ist das nicht, denn ein Hund, der dauerhaft an der Leine leben muss, kann seinen Bewegungsdrang und sein soziales Kontaktbedürfnis nicht ausleben und erleidet körperliche und psychische Schäden. Das ist nicht erfunden, sondern erwiesen. Die Neurose und das aggressive Verhalten sind dabei vorprogrammiert. Schließlich ist der Hund mit vier Beinen, aber ohne Leine am Hals geboren.
Gerade jetzt, in der sogenannten „Freiluftsaison“ kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit Spaziergängern, die man sonst das ganze Jahr über – bei unter 15 Grad Außentemperatur- nicht gesehen hat. Sie sehen dann die Hunde an, verengen die Augen, bekommen ganz schmale Lippen und ALLES an ihnen drückt Missbilligung aus. Meist schweigen diese Lippenpresser und wir gehen alle unserer Wege. Anders die aggressiveren Zeitgenossen, die vereinzelt sogar mit dem Fahrrad auf dem Fußweg an uns vorbeipreschen und mir ein „Der Hund gehört an die Leine“ und irgendwas Unverständliches – zubrüllen. Es gibt aber auch die langsamen Spaziergänger, oft auch im Rudel, wo sich einer aus der Runde genötigt fühlt, für Recht und Ordnung jetzt und hier zu sorgen. Gelegentlich traktieren sie damit einfach nur mein eigenes Revierverhalten und ich möchte gerne sagen:“ Was quatscht Du mich an!? Wo warst Du, als es in Strömen goss oder der Schnee drei Meter hoch lag?“. Es ist und bleibt unangemessen gemaßregelt, vor allem wenn Maggie und Lucy jeweils links und rechts bei Fuß an meinem Knie laufen, weil ich sie schon lange zu mir gerufen habe. Und sie sind natürlich sofort gekommen! Das ist so ungerecht wie das Geschimpfe um grundsätzlich liegengelassenen Hundekot, am besten dann, wenn man gerade selber dabei ist, sich mit der Tüte gen Erdboden zu bücken. Es trifft dann einfach die Falschen. Ein Teil von mir möchte gerne die Hacken zusammenschlagen, die Hand zum Gruße an die Stirn führen und brüllen: “Meine erste Leine lautet Gehorsam!“ Doch oft reicht die Zeit der Begegnung nicht und mit Ärger im Bauch gehen wir weiter.
Ich kann nicht erwarten, dass die Meckerer uns und unsere Hunde kennen und einschätzen können. Vielleicht würden sie in diesem Fall einfach nur „Guten Tag und guten Weg“ sagen… Wenn ich nach einer solchen Disziplinarrunde zur Ruhe gekommen bin und mein Großhirn sich wieder einschaltet, sehe ich diese Reaktion aber auch als bedrohliches Zeichen der Entfremdung von Mensch und Tier. Der früher mal „beste Freund des Menschen“, der auch heute noch selbstlos Verschüttete rettet, Vermisste findet, Krebstumore erschnüffelt, Blinde führt oder einfach nur seine/n Menschen liebt und ihn /sie erfreut, ist etwas Fremdes geworden, das man am liebsten wegsperrt, ausgrenzt oder wenigstens irgendwo anbinden sollte.
Liebes Universum, ich wünsche mir hier ein Umdenken und mehr Gelassenheit, auch verursacht durch lauter gut erzogene Hunde, denn das ist für alle Lebewesen ein Gewinn. Außerdem wünsche ich mir erklärte kilometerlange (!!) Spaziergehwege für Menschen mit Hund und das Verschwinden von Schildern mit Anleinsymbolen drauf – dafür darfst Du auch alle handtuchgroßen „Auslauf“flächen und steinige Hundestrandstückchen behalten. Auch wünsche ich mir, dass die Mißbilliger einfach mal die Klappe halten, wenn brave Hunde geordnet an ihnen vorübergehen. So, nun ist es raus…
P.S.: Kaum ist dieser Artikel in die Welt entlassen, war es wieder soweit. Ein Mann kam uns frontal entgegen, zückte seine Nikon und fotografierte uns vier aus drei Meter Entfernung frontal. Auf einem Feldweg mitten im Nirgendwo, die Hunde gingen jeweils an unseren Beinen, auch Fuß genannt, und waren nur mit Halsband bekleidet. Ich fand das mit dem Foto komisch und hatte was von „Recht am eigenen Bild“ im Kopf, da ging es auch schon los mit dem „Hund-anleinen-BlaBla“. Dabei hatte er soeben selbst eigentlich ein schönes Beweis-Foto von guterzogenen Hunden mit Frauchen gemacht.
Er wollte das Bild weder zeigen, noch löschen und als ich ihn auch fotografieren wollte, schwieg er plötzlich und ist gegangen. Er hat sich nicht einmal umgedreht, so dass ich nun ein Bild eines Mannes mit Kamera von hinten habe.
Also, gerne hätte ich Euch gezeigt, wie ein ganz normaler Spaziergang aussehen kann, aber ich habe das Bild nicht bekommen.
Stephan K. wies mich darauf hin, dass so ein ungezogenes Verhalten auch ganz einfach daran liegen kann, dass manche Menschen den Anblick von Glück und Zufriedenheit nicht ertragen können und stattdessen gerne ihre schlechte Laune in die Welt tragen. Er schrieb auf Facebook:“ Es gibt leider jede Menge Hundehasser, die aber auch ansonsten oftmals engstirnig und verbohrt sind und offenbar keine Freude am Leben haben. Leider aber gönnen sie diese anderen Menschen auch nicht. (…)!“
Recht hast Du, Stephan!
P.P.S.: Das wird unsere nächste Anschaffung. Das Halsband mit Leine gleich dran:
Gibt es z.B. bei dogs4friends. Dann ist der Hund eigentlich immer angeleint…
Das Wetter ist im Moment gar nicht whippetgerecht und eine Anhäufung von lauter „zu’s“. Es ist zu kalt oder zu windig, zu glatt, zu hoch, zu nass,…auf jeden Fall dauert das alles viel zu lange mit dem Winter. Eine Zumutung eben. Und gerade beim Schlafen fällt es jetzt ganz besonders auf, wenn es aus lauter Bewegungsmangel von jetzt auf gleich schrecklich kalt wird. Da hilft nur eines: ist ein Mensch in der Nähe, dann schnell fiepen und sich zudecken lassen. Ist kein Mensch in der Nähe, dann muss Whippet selber tätig werden und den kalten Bauch wärmen gehen. Das ist vor allem Maggies Spezialität und hat- streng nach Rütter- sicher auch mit den Possessivpronomen „mein“ und „dein“ zu tun. Maggie kann irgendwo liegen und schlafen und plötzlich fällt ihr ein, dass es da, wo Lucy ruht, sicher besser zu schlafen ist. Hier schäft zum Beispiel Lucy in ihrem Korb…
Und quasi nebenan auf dem Sessel schlummert Maggie…
Und plötzlich triffst sie der Blitz der Erkenntnis und sie erhebt sich…pirschend.
Und dann beginnt der Abstieg, der nahtlos in einen Einstieg übergeht:
Nur noch ein wenig drängeln…, dann ist es vollbracht.
„Möchtest Du darüber reden?….etwa?!“
Ist das da in Maggies Mundwinkeln ein triumphales Lächeln?
Boah, war das eine Zeit! Beruflich war ich so sehr eingebunden, dass ich leider nicht mehr dazu kam, hier etwas einzustellen. Aber nun ist Land in Sicht und es geht weiter mit Lucy und Maggie hier im Blog.
Die dunkle Jahreszeit hat begonnen und ich sitze hier überhaupt nur, weil es zu nass ist, um jetzt, gerade jetzt hinaus zu gehen. Mit Maggie ist so ein Wetter kein Thema, aber Lucy steht es sehr deutlich auf die Stirn geschrieben, dass das nächste Gassigehen gerne auf das kommende Frühjahr verschoben werden kann.
Lucy hat ohnehin eine klare Vorstellung davon, wie das Leben sein sollte. So ist es absolut schwierig, sie nach 21.00 h von ihrem Sofa zu bekommen, um vielleicht ein letztes Mal eine kleine Runde zu gehen. Damit die klolose Nacht nicht so lange dauert.
Maggie ist sofort zur Stelle, wenn man ruft. Lucy guckt oftmals nicht einmal. Und wenn, dann ganz vorsichtig. Unter ihrer Decke heraus (habe ich erwähnt, dass Lucy ab 19 Uhr solange jammert und fiepst, bis man sie zudeckt?).
Oft bleibt kein anderer Weg als sie zu nehmen und auf den Rasen zu stellen . Von dort geht sie dann aber auch ab wie eine Rakete, weil es immer einen Schatten gibt, den man verbellen muss. Doch bis dahin wiegt sie whippetuntypische 130 Kilo und ist überhaupt in Gänze ein Schlafsack-Whippet, ohne Knochen, ohne Beine, ohne Willen.
So sieht das dann aus:
Nur wenige Minuten später übernehmen wir das Bewegen für sie….
Nun konzentriert Lucy alle umgebende Schwerkraft auf einen kleinen Whippetpunkt im Universum…
Doch es nützt alles nichts, es muss nochmal auf Klo getragen werden…
Und dann wird das Whippchen auf den Rasen gestellt und rennt los, um Schatten zu verbellen….Hinterher fordert sie natürlich für diesen heroischen Einsatz ein Leckerlie ein. Ganz munter natürlich…
Wenn erstmal wieder Schnee liegt, wäre Lucy auch eine Kandidatin für dieses Vorgehen:
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