Neulich am Strand kam uns eine Frau entgegen, die mit der „hier liegt entweder ein Bernstein oder eine Lebensweisheit“-Kopfhaltung Abwesenheit ausstrahlte. Sie ging ihren bedächtigten Schritt, schlenderte beinahe und stahl dem Universum Zeit dabei. Plötzlich hielt sie inne, der Kopf schnellte hoch, sie starrte uns an, riss die Augen auf und…brach in schallendes Gelächter aus:“Und ich habe mich schon darüber gewundert, warum die Möwen heute so tief fliegen! Dabei ist das ein Hund!“

Die Rede war von unserer Maggie, die mal wieder wie eine Irre über den Strand fegte und dabei ein bißchen so aussah wie die Zeichentrickfiguren bei Speedy Conzales (…wer hier ist alt genug und kennt diese Bilder noch? Das war weit vor Matrix und der Bullit-Time…). Dieser Moment, wenn sich vor lauter Tempo die Beine in Räder verwandeln und man nur noch kreisrunde Bewegung sieht…bzzzzroar!

Wir alle, die wir Whippets haben, kennen das. Und wir kennen die enorme Beweglichkeit, die unsere Rennsemmeln an den Tag legen. Wenn sie die Frisbee fangen, sich in der Luft drehen – schnapp- und Lucky- Luke-mäßig erst den Schatten der Frisbee und dann die Frisbee selbst fangen. YES!
Kein Hindernis zu hoch, kein Weg zu weit, kein Tempo zu schnell. Hallejulia!

ABER:
Und ab jetzt werden sich die wundern, die Nicht-Whippet-Hunde haben: Whippets haben ein Bett-Gen, das die armen Tiere dazu zwingt, bei Frauchen und Herrchen mit im Bett zu schlafen. Das ist anders als bei Nicht-Whippets. Die haben auch so etwas, aber dabei geht es dann um Rangordnung und Dominanz. Bei Whippets geht es um Frieren, um „Ich habe kein Unterfell“ und um Gruppenkuscheln. Außerdem duften „normale Hunde“ dabei selten wie Teddybären…ich weiß das noch von Areso, dem alten Stinkebären:-)
Der Whippet ist eines der wenigen Säugetiere- neben dem Menschen-, die auch als Erwachsene mit Artgenossen und entfernten Verwandten übereinander gestapelt schlafen können und das quasi auch müssen. Das kann man nachlesen in den einschlägigen Whippetbüchern. Darüber will ich nicht schreiben, das ist so.

ABER:
Zu diesem Bett-Gen gehört auch eine Art seismologisches Instrument zur Bestimmung des Whippets im dreidimensionalen Raum.

Diese Instrument meldet bei Kontakt mit weichen Unterlagen, diese hinwiederum in Schichten vorgefunden wie Bettdecke, Laken, Kopfkissen, Alarm und die sonst so beweglichen Whippetgelenke der äußeren Extremitäten arretieren und werden so zum Whippetspieß.
Absolut unbeweglich! Starr! Unbeugsam!
Whippetbeine bohren sich rechtwinklig zum Whippetbauch in die Luft, ins benachbarte Rückgrat oder auch schon mal Menschengesicht…oder, wie hier, direkt in die wartende Kamera.

Maggie, der Whippetspieß

Davon wird man wach! Oder schläft schlecht!
Aber, was soll’s? Ohne Whippet schläft man noch schlechter:-))))
Kennt Ihr das auch?