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Fiete hat sein eigenes Zuhause

Seit dem 28. Mai wohnt Fiete bei uns. Er ist ein 7 Jahre alter Schnauzermix aus Rumänien, den wir als Pflegehund aufgenommen haben.

Er ist ca. 50 cm hoch und wiegt im Moment wenige 16,7 kg. Sein Fell ist spärlich, was seiner Zeit im Shelter geschuldet ist. Das bekommen wir hin mit der Tierarztpraxis Wirth aus Achterwehr, die alle unsere Tiere bisher sehr gut begleitet haben.
In den wenigen Tagen, die er jetzt bei uns ist, hat er sich schon rasant entwickelt und entgegen erster Beschreibung zwar als erstmal unsicher, aber keineswegs als ängstlich gezeigt.
Fiete war sogar nach seiner 48-Stunden-Reise sofort stubenrein und ist es auch noch. Vieles spricht dafür, dass er einmal ein Zuhause gehabt haben muss.

Er ist eine wirklich coole Socke, mit einer großer Persönlichkeit, die nicht gedrängt werden mag. Er kooperiert, wenn er einen Sinn darin sieht oder Futter im Spiel ist.
Staubsauerlärm schockt ihn nicht und auch als er beim einem Futtersuchspiel die Gitarre aus ihrer Ecke gegraben hat und sie ihm entgegen fiel, trat er nur kurz zur Seite und suchte dann weiter.
Nachdem er am zweiten Tag bemerkte, dass unser Haus auch eine zweite Etage hatte, ist er selbstständig die Treppe hochgestiegen. Herunter war ihm zuerst unheimlich, aber jetzt am fünften Tag geht das schon recht flott.

Man muss ihm Zeit lassen, Dinge anzusehen, damit er sie verarbeiten und einordnen kann. Einfach nicht drängeln, dann zieht er seine eigenen Schlüsse und geht anschließend weiter.

Er liebt es gestreichelt und behutsam gekämmt zu werden- da steht er mit Genuss vor einem. Gerne nach dem Spaziergang, vor dem Ruheschläfchen und auch sonst schon einmal. Auch das Waschen nach Ankunft (Im Garten mit Shampoo und warmen Wasser)  oder der erste Tierarztbesuch mit Herz abhören, waren kein Problem.

Sogar Auto fahren mag er (immer noch). Dort hinein haben wir ihn mit Futter und einer Rampe bugsiert, die er problemlos hochgelaufen ist. Das Hochspringen hatte wir noch nicht geübt.

Fiete weiß genau, was er will und erst recht, was er nicht will.

Wenn es draußen zu heiß ist, geht er nicht spazieren. Dann wiegt er 2 Tonnen und läßt sich nicht bewegen. Er mag auch nicht über Rasen gehen und nimmt immer die festen Wege. Am liebsten direkt auf der Straße, aber das haben wir mit etwas Übung verbessert bekommen. Man kann durchaus mit ihm reden, was nicht Vollquatschen meint. Eine eigene klare Energie und Präsenz sollte vorhanden sein.

Seine Entwicklung passiert in Riesenschritten, was auch von seiner inneren Größe zeugt. Bis in die letzte Woche brauchte er das ja nur zum Überleben und nun schält sich hier ganz allmählich ein toller Hund heraus. Fiete zeigt sogar schon Humor und Lebenslust, wenn er auf uns zugetobt kommt im Garten.

Bei Katzen startet er durch. Darauf hatte er bei einem Spaziergang sofort reagiert, aber auch sofort wieder gestoppt, als sie außer Sicht war. Kluger Hund- er verschwendet keine Energie.

Was noch nicht so gut klappt, sind durchsichtige Terrassentüren. Glas ist ihm noch fremd, aber wir arbeiten daran. Wir haben eine Serviette drangeklebt.

Bei fremden Hunde draußen bellt er aufgebracht und stellt sich vorwärtsgerichtet ins Geschirr. Wenn er Vertrauen in seine Menschenführung und den Schutz darin verinnerlicht hat, wird sich das sicher geben. Ich kann mir gut vorstellen, dass er dann in eine Egalhaltung rutscht, weil er eben einfach keine Energien verschwendet.
Update: 6.6.2016: Fiete lernt so schnell, dass wir kurz davor sind, ihn in „Einstein“ umzubenennen.

Fiete braucht eine klare und ruhige Führung, die ihm Grenzen setzt und Sicherheit gibt, damit er innerhalb dieser Grenzen auch Freiheiten leben darf.
Update: Er ist ein toller Hund und wir führen ihn auch durch die nächsten Klippen der Menschenwelt hindurch.

Fahrräder sind fast okay, Fernseher meistens okay („Walking Dead“ kann ich schließlich auch heimlich gucken), …nur andere Menschen und Hunde sind noch ein Aufreger wert. Mit Geduld, Maulkorb und Zeit werden wir ihn durch seine Draufgeh-Strategie hindurchführen. Da bin ich ganz sicher.

 

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