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Der Wolf- der Mensch- der Whippet

Es gibt zwei verschiedene Theorien darüber, wie der Mensch und der Wolf sich gefunden haben…und vor allem: wer wen gefunden hat.
Die eine Theorie besagt, dass der Mensch den Wolf domestiziert hat, bevor bei diesem überhaupt von Haus (lat. domus) die Rede war. Er (und das „er“ ist sicher wörtlich zu nehmen) hat einer Wölfin die Welpen entführt oder aber- romantischer- die armen Welpen der wie auch immer entseelten Wölfin übernommen und sie an das Leben in der Sippe gewöhnt. Die Wölfe und die Menschen sind eine Form von Symbiose eingegangen und unterstützten sich bei der Jagd und der Verteidigung der Familie. Einen Wolf zu zähmen und ihn dazu zu bringen, auch zu bleiben und sich fortzupflanzen war also die erstaunliche Leistung des machtvollen und intelligenten Menschen. Wie clever muss man sein, um die eine Spezies an die andere verläßlich zu gewöhnen?! Unglaublich clever!
Eine andere Theorie sagt, dass der Wolf den Menschen gefunden hat und diesen für seine Zwecke gut gebrauchen konnte. Der Wolf schickte seine tapfersten Welpen an die vorderste Linie und brachte den Menschen mit großen Welpenkulleraugen dazu, von seiner Beute etwas abzugeben und die Pionier-Welpen zu füttern. Das war ungemein praktisch für den Wolf und dieser bedankte sich mit seiner Dienstleistung „Zusammen-jagen“ und auf die Sippe aufpassen. Gemeinsam war man stark und den anderen Spezies überlegen. Auch etwas, was der Mensch vom Wolf lernte, denn diese Theorie geht dahin, dass der Mensch beim wölfischen Sozialverband Verhalten abgeguckt hat. Der Mensch lernt nämlich ausgesprochen gut über das Abgucken und Nachahmen und staunte wohl nicht schlecht über das Familienmodell des Wolfes.
Demnach wäre der Mensch also Mensch, weil die Wölfe sich des Menschen angenommen haben. So herum liegt die große Leistung bei den Vierbeinern, die die Zweibeiner an die Pfote nahmen.
Daran muss ich manchmal denken, wenn ich mit Maggie joggen gehe. Dieses Hobby haben wir als ein gemeinsames entdeckt. Maggies lockerer Whippettrab ist mein ruhiges Lauftempo. Wer es genau wissen will: 6min/km. Gestoppt und protokolliert mit dem Garmin Forerunner, einer GPS-gestützen Lauftempouhr mit eingebauter Laufnavigation. Ich bin also der schlaue Mensch in diesem Duo. Mit toller Uhr!
Zumindest denke ich das, denn der Streckenverlauf hat viele Höhen und Tiefen, wie sich heraus gestellt hat. Ich laufe ein Stück neben Maggie, dann hinter Maggie und dann ganz kurz nach Maggie auf die nächste Wiese und packe die Frisbee aus. Mein Tempo ist dann gleich Null und Maggie flitzt und holt die Frisbee. Der Lauf soll ja uns beiden Spaß bringen, denke ich mir und laufe wieder los. Wieder neben Maggie, dann hinter Maggie und dann ganz kurz nach Maggie auf die nächste Wiese,…und wenn wir dann zu Hause sind, dann weiß ich, dass es der Wolf war, der den Menschen erzog. In Wahrheit muss es sogar ein Whippet gewesen sein, wie man entfernt an den Buchstaben der Wörter WolfWhippet auch heute noch erkennen kann.
Maggie joggt mit Frisbee

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