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Fiete bellt fern

Der 10. Tag mit Fiete. Er lernt schnell, ist zu Hause ein echter Sonnenschein mit Humor und Tiefe und ein ganz besonderer Hund. Aus dem rohen Diamanten schält sich ganz allmählich ein facettenreiches Juwel.
Eben geriet das aber ein wenig in den Hintergrund und seine Identität als Wundertüte brach sich Bahn. Dort, wo er seine vorherigen 7 Jahre lebte, gab es nämlich keinen Fernseher- oder kein Walking Deads… Sein neuer Kumpel Phönix begleitet ihn dabei einstimmig mit Kopfstimme:

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Fiete hat sein eigenes Zuhause

Fiete, Schnauzermix sucht ein Zuhause

Seit dem 28. Mai wohnt Fiete bei uns. Er ist ein 7 Jahre alter Schnauzermix aus Rumänien, den wir als Pflegehund aufgenommen haben.

Er ist ca. 50 cm hoch und wiegt im Moment wenige 16,7 kg. Sein Fell ist spärlich, was seiner Zeit im Shelter geschuldet ist. Das bekommen wir hin mit der Tierarztpraxis Wirth aus Achterwehr, die alle unsere Tiere bisher sehr gut begleitet haben.
In den wenigen Tagen, die er jetzt bei uns ist, hat er sich schon rasant entwickelt und entgegen erster Beschreibung zwar als erstmal unsicher, aber keineswegs als ängstlich gezeigt.
Fiete war sogar nach seiner 48-Stunden-Reise sofort stubenrein und ist es auch noch. Vieles spricht dafür, dass er einmal ein Zuhause gehabt haben muss.

Er ist eine wirklich coole Socke, mit einer großer Persönlichkeit, die nicht gedrängt werden mag. Er kooperiert, wenn er einen Sinn darin sieht oder Futter im Spiel ist.
Staubsauerlärm schockt ihn nicht und auch als er beim einem Futtersuchspiel die Gitarre aus ihrer Ecke gegraben hat und sie ihm entgegen fiel, trat er nur kurz zur Seite und suchte dann weiter.
Nachdem er am zweiten Tag bemerkte, dass unser Haus auch eine zweite Etage hatte, ist er selbstständig die Treppe hochgestiegen. Herunter war ihm zuerst unheimlich, aber jetzt am fünften Tag geht das schon recht flott.

Man muss ihm Zeit lassen, Dinge anzusehen, damit er sie verarbeiten und einordnen kann. Einfach nicht drängeln, dann zieht er seine eigenen Schlüsse und geht anschließend weiter.

Er liebt es gestreichelt und behutsam gekämmt zu werden- da steht er mit Genuss vor einem. Gerne nach dem Spaziergang, vor dem Ruheschläfchen und auch sonst schon einmal. Auch das Waschen nach Ankunft (Im Garten mit Shampoo und warmen Wasser)  oder der erste Tierarztbesuch mit Herz abhören, waren kein Problem.

Sogar Auto fahren mag er (immer noch). Dort hinein haben wir ihn mit Futter und einer Rampe bugsiert, die er problemlos hochgelaufen ist. Das Hochspringen hatte wir noch nicht geübt.

Fiete weiß genau, was er will und erst recht, was er nicht will.

Wenn es draußen zu heiß ist, geht er nicht spazieren. Dann wiegt er 2 Tonnen und läßt sich nicht bewegen. Er mag auch nicht über Rasen gehen und nimmt immer die festen Wege. Am liebsten direkt auf der Straße, aber das haben wir mit etwas Übung verbessert bekommen. Man kann durchaus mit ihm reden, was nicht Vollquatschen meint. Eine eigene klare Energie und Präsenz sollte vorhanden sein.

Seine Entwicklung passiert in Riesenschritten, was auch von seiner inneren Größe zeugt. Bis in die letzte Woche brauchte er das ja nur zum Überleben und nun schält sich hier ganz allmählich ein toller Hund heraus. Fiete zeigt sogar schon Humor und Lebenslust, wenn er auf uns zugetobt kommt im Garten.

Bei Katzen startet er durch. Darauf hatte er bei einem Spaziergang sofort reagiert, aber auch sofort wieder gestoppt, als sie außer Sicht war. Kluger Hund- er verschwendet keine Energie.

Was noch nicht so gut klappt, sind durchsichtige Terrassentüren. Glas ist ihm noch fremd, aber wir arbeiten daran. Wir haben eine Serviette drangeklebt.

Bei fremden Hunde draußen bellt er aufgebracht und stellt sich vorwärtsgerichtet ins Geschirr. Wenn er Vertrauen in seine Menschenführung und den Schutz darin verinnerlicht hat, wird sich das sicher geben. Ich kann mir gut vorstellen, dass er dann in eine Egalhaltung rutscht, weil er eben einfach keine Energien verschwendet.
Update: 6.6.2016: Fiete lernt so schnell, dass wir kurz davor sind, ihn in „Einstein“ umzubenennen.

Fiete braucht eine klare und ruhige Führung, die ihm Grenzen setzt und Sicherheit gibt, damit er innerhalb dieser Grenzen auch Freiheiten leben darf.
Update: Er ist ein toller Hund und wir führen ihn auch durch die nächsten Klippen der Menschenwelt hindurch.

Fahrräder sind fast okay, Fernseher meistens okay („Walking Dead“ kann ich schließlich auch heimlich gucken), …nur andere Menschen und Hunde sind noch ein Aufreger wert. Mit Geduld, Maulkorb und Zeit werden wir ihn durch seine Draufgeh-Strategie hindurchführen. Da bin ich ganz sicher.

 

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Maike Maja Nowak: Abenteuer Vertrauen

Ich habe eben ein sehr besonderes Buch gelesen und möchte es Euch ans Herz legen. Es heißt „Abenteuer Vertrauen“ und ist das neue Buch von Maike Maja Nowak.
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Es ist eine wunderbare Mischung aus Autobiographie, Sachbuch und Erzählungen. Maike Maja Nowak erzählt in der Grundgeschichte von ihrem Leithund Raida. Sie berichtet davon, wie sie sich im Tierheim kennen lernten, was das mit ihr und den bereits vorhandenen Hunden machte und wie sie sich alle zusammen Tag für Tag, Ereignis um Ereignis, kennen lernten, sich miteinander vertraut machten und vor allem darum, wie sie sich veränderte, damit der urwüchsige Hund Raida bleiben konnte, wie er ist und wie sie selbst dadurch zu sich fand.
Es geht dabei NICHT um Techniken und Dressur, es ist kein Hunde-Ratgeberbuch, das man wie ein Kochbuch verwendet, sondern es geht um Anfühlen, Entdecken und Begreifen, wie es in den drei Kapitelüberschriften heißt.
Dieses Buch geht tief.
Ganz nebenbei werden wir auch Zeugen von einschneidenden Kindererlebnissen, erfahren etwas aus ihrer Zeit in Lipowka und lernen auch die Liedermacherin kennen, die sie war, bevor sie sich den Hunden widmete.
Neben der Erzählung zu Raida und anderen Inhalten, lernen wir die Ergebnisse der Studie an Haushunden kennen, die Maike Maja Nowak mit ihren VDU-WegbereiterInnen im letzten Jahr durchgeführt hat, um die Ressourcen der Hunde zu erforschen.
Das wird in diesem Buch  nachvollziehbar beschrieben und auf der begleitenden Webseite www.vdu-wegbereiter.de in kommentierten Videos gezeigt- also ein interaktives Buch.

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In deinem kleinen, großen Herzen

Sukis letzter Tag 15-2-2015-11h32

Wenn ich an dich denke, sehe ich dich vor mir laufen, deine Knickohren wackeln dazu im Takt, der kleine Fellhintern fliegt munter den Schritten hinterher und dein ganzer Körper ist eine einzige Liebeserklärung an das Leben, an den Weg vor dir und die Gerüche links und rechts. Alle paar Meter bleibst du stehen, wartest auf mich, läufst weiter, bleibst zurück, kommst wieder hinterher, aber nie bist du weiter als 10-15 m weit weg von mir.

Körperlich kaum höher als ein großer Kater, passte doch ein Selbstbewusstsein wie das eines Bernhardiners in dich hinein. Wer dir quer kam, wurde verbellt, wer sich ungehörig benahm ebenso. Und diese langhaarigen Affen von Hunden, bei denen man nicht mal das Gesicht sehen konnte vor lauter Zottelfell, da musstest du schon mal geradewegs drauf zu schießen.

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Es ist Herbst – Zeit für Abschiede

Miro verlässt uns

Es ist zwar erst Oktober, aber dennoch Zeit für eine Art Jahresrückblick. Denn bevor die Uhr Silvester Mitternacht schlägt, wird sich unser Rudel verkleinert haben.

Abschied Nummer 1

Unser Kater Miro macht sich dieser Tage ans Sterben, denn er hat einen Tumor in sich, der auf die Lunge drückt. Der einst untergroße, recht dicke Katermann ist nur noch Fell und Knochen. Im Moment halten wir ihn stabil mit Cortison und Entwässerungstabletten und feiern das Leben. Es ist alles erlaubt, was sonst verboten war. Wir Veganerinnen kaufen Schlagsahne und Leberwurst, sein Futternapf ist voll mit den leckersten Sachen. Und wenn es ihm wieder schlechter gehen sollte, dann endet die Party. Unsere Tierärztin wird kommen, wir werden uns um ihn versammeln, seine ganze Menschen- und Tierfamilie,  und dann begleiten wir ihn in Liebe und Dankbarkeit hinüber.
Miro selbst weiß ganz genau, dass seine Tage gezählt sind. Er hatte ein „Gespräch“ mit unserer  Tierkommunikatorin Uta Rechlin, der er erst einmal alle seine Lieblingsplätze zeigte, die kleine Quasselstrippe. Die Höhle auf dem Holzstapel im Carport, seine Regentonne mit der hohen Blumentopfstele, in der er gerne sein Nickerchen machte (und so nie die Futteroption verpasste, wenn jemand an ihm vorbei ins Haus gehen wollte) und ein paar Stellen im Garten. Ihr glaubt nicht an  Tierkommunikation? Damit nehmt Ihr Euch eine faszinierende Möglichkeit, mit Euren Tieren zu reden und mehr über Euch und sie zu erfahren.  Man kann es sich vorstellen wie Radiowellen, die man ja auch nicht sieht- und trotzdem kommen „Dinge“ aus dem Lautsprecher. Das hat nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Empfangsbereitschaft.

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Von Schietbüdeln und anderen Unwägbarkeiten

Zwei Dinge haben Kinder- und Hunde”besitzerInnen” gemeinsam: sie können endlos über ihre Hunde reden und über deren Ausscheidungen.

KinderbesitzerInnen haben aber den unumstößlichen Vorteil, dass sie den Hinterlassenschaften ihrer Kinder selten hinterher laufen müssen. Sie verbleiben oft an Ort und Stelle, was auch nicht toll ist, aber die hormonelle Ausschüttung bei Elternschaft macht es handhabbar.

Wir als Hundemenschen müssen dagegen mehr Einsatz zeigen.

Dafür haben vor allem die Gemeinden uns Tüten gegeben. Manchmal. Manche sogar auch wieder weggenommen, wie in dieser Winter-Hunde-Freilaufsaison am Falckensteiner Strand… Wie blöd ist das denn, sach ma! Und sich dann aufregen, dass es zu Liegenbleibern kommt…

Auf den Tüten ist manchmal Werbung, oft sinnvollerweise vom Futterhaus, Aber wir kaufen dort nicht, deshalb kann ich sie nicht nach dem Verursacherprinzip drankriegen.

Drei Tütenqualitäten

Drei Tütenqualitäten, die rote Brüggetüte ist leider gerade aus…

Manche sind orange, wieder andere schlicht schwarz und in Brügge sind sie gelegentlich signalrot.

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